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"Wurmkiste": Komposthaufen für die Wohnung

ANDORF. Jungunternehmer David Witzeneder entwickelte Komposthaufen für die Wohnung.

"Wurmkiste" macht Kompostierung in den eigenen vier Wänden möglich

Der Andorfer David Witzeneder (li.) mit seiner Wurmkiste. Bild: privat

Der Satz "Ein Traum ist wahr geworden" könnte für die Gründungsgeschichte von David Witzeneders Einmannunternehmen nicht passender sein. Die Idee für seine sogenannten "Wurmkisten" kam ihm nämlich tatsächlich im Schlaf: "Ich habe im Türkenschanzpark in Wien ein Nickerchen gemacht, bin aufgewacht und wusste plötzlich, wie ich die Sache angehe." Das Problem der Kompostierung von Biomüll im städtischen Milieu beschäftigte den 26-jährigen Studenten der Agrarwissenschaften schon länger: "Es hat mich immer geärgert, dass ich in Wien gewisse Lebensmittel nicht so entsorgen konnte, wie es sich gehört. Dass das mein Unterbewusstsein aber derart auf Trab hält, war mir bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht klar."

Da ist der Wurm drin

Was versteckt sich nun hinter dem Konzept der "Wurmkiste" – oder besser gesagt: darin? "Die Wurmkiste ist ein Komposthaufen in einer Holzkiste für die Wohnung, in der Würmer drinnen sind. Die Würmer fressen den Biomüll und verhindern dadurch, dass es zu stinken beginnt", erklärt Witzeneder. Die Handhabung sei dabei relativ simpel – zumindest, wenn man den bekannten grünen Daumen hat: "Es ist keine Müll- oder Biotonne, die einfach irgendwo rumsteht. Man muss schon schauen, dass die Feuchtigkeit passt, dass die Würmer Futter haben und man nicht etwa tierische Produkte oder Zitrusfrüchte reinschmeißt." Sollte nun wirklich keinerlei Talent für die Gartenarbeit vorhanden sein, sei das Schlimmste, was passieren kann, dass Mücken aus der Kiste rauskommen, beruhigt der Riedauer. "Das passiert jedem mal. Aber es gibt da aber ein paar Tricks, wie man das auf ein erträgliches Maß vermindert. Ich bin gerade am Herumtüfteln, wie ich sie ganz wegbringe. Da gibt‘s nämlich auch noch keine Methode."

Wie speziell dieses Konzept ist, zeigt sich im internationalen Vergleich. "Ich hab alles recherchiert und diese Kombination von Kiste und Würmern gibt es weltweit nicht. Die meisten Kompostsysteme sind Plastikboxen, die aus China kommen", bestätigt Witzeneder. Erst vor kurzem brachte ihm das dann auch den KUBINA 2016 in der Kategorie "Innovation", ein Preis, der an die besten Jungunternehmer im Bezirk verliehen wird. Was mit der damit verbundenen Prämie geschehen soll, weiß der Innviertler schon genau: "Bis jetzt habe ich mich um alles selbst gekümmert, sei es Produktion, Logistik, Marketing oder die Buchhaltung. Und so spannend das ist, ich muss Bereiche abgeben und Leute anstellen, sonst schaffe ich gar nichts mehr."

Do it yourself

Wer jetzt auch Lust bekommen hat, die Kompostierung in die eigene Hand zu nehmen, kann so eine stylische Kiste nicht nur im Online-Shop (wurmkiste.at) erwerben, sondern sie selbst in einem von Witzeneders regelmäßig gehaltenen Workshops bauen: "Es macht mir großen Spaß, mit Leuten an ihrer individuell gestalteten Kiste zu arbeiten. Von mir bekommen sie das Werkzeug, die Materialien, das Know-how und die Betreuung, gestalten dürfen sie die Kiste dann nach ihren eigenen Vorstellungen." Ganz wichtig ist ihm dabei die Multifunktionalität der Kiste als Kompostsystem und Möbelstück: "Gerade in der Stadt haben die Menschen wenig Platz in der Wohnung. Darum ist es praktisch, wenn man die Kiste nicht nur irgendwo als Dekogegenstand rumstehen hat, sondern sie auch als Hocker oder Sessel verwenden kann." Aus diesem Grund können die Teilnehmer nicht nur selbst schleifen, bohren und ölen, sondern am Ende auch noch einen eigenen Überzug und Rollen anbringen. 

 

Holzkiste mit Mehrwert

Die Wurmkiste ist aus Holz und primär für den Innenbereich oder den Balkon gedacht. Sie integriert eine Sitzmöglichkeit und das Verkompostieren von Bioabfällen in einem stylischen Möbelstück. Gebaut wird sie mit Liebe in einer kleinen Werkstatt in Andorf. Informationen unter: www.wurmkiste.at

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Artikel (weidlinger) 09. April 2016 - 13:01 Uhr
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