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"Wenn man ins Amt kommt, weiß man nie, womit man konfrontiert wird"

POLLING. Bernhard Reiter-Stranzinger fühlt sich in seinem neuen Amt schon ganz wohl.

"Wenn man ins Amt kommt, weiß man nie, womit man konfrontiert wird "

Bernhard Reiter-Stranzinger im Bürgermeistersessel von Polling Bild: mala

Sehr gut eingewöhnt hat sich Pollings neuer Bürgermester Bernhard Reiter-Stranzinger schon. Reiter-Stranzinger? Der war ja vorher schon da, werden sich die einen oder anderen fragen. Ja. Aber das war der Karl, jetzt sitzt Bernhard im Bürgermeistersessel. Er hat das Amt von seinem Vater übernommen. "Spannend und sehr abwechslungsreich", beschreibt der Pollinger seine neue Aufgabe. "Wenn man in der Früh ins Amt kommt, dann weiß man nie, womit man konfrontiert wird."

Der Jurist ist Teilzeitbürgermeister, arbeitet aber immer noch Vollzeit bei der Kirchenbeitragsstelle in Ried. Ein Beruf, den er "Gute Schule des Lebens" nennt. Denn hier kommt er regelmäßig mit Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Schichten zusammen, lernt diese gut kennen. Immer konfliktfrei läuft das in der Kirchenbeitragsstelle genau wenig ab, wie im Bürgermeisterberuf. "Damit lernt man Sozialkompetenz", da ist er sich sicher. Außerdem verstehe er die Kritiker der Kirche in vielen Punkten. Auch er findet die Kirche reformbedürftig. "Doch bei der vielen Kritik verliert man auch oft den Blick auf die positive Seite der Kirche, die vielen Sozialeinrichtungen oder das lebendige Pfarrleben in vielen Gemeinden", sagt Bernhard Reiter-Stranzinger.

Hochwasserschutz im Visier

Den Doppelnamen trägt der Bürgermeister übrigens schon in dritter Generation. Seine Großmutter wurde von ihrer kinderlosen Tante adoptiert und ihr wurde der Hof vererbt. Die Tante wiederum wollte, dass der Name Stranzinger am Hof bleibt. Weshalb sich das Ehepaar Reiter damals für den Doppelnamen entschied. "Wenn man viele Unterschriften machen muss, so wie ich jetzt als Bürgermeister, dann macht es das natürlich nicht gerade leichter", sagt er und lacht.Worunter er gerne eine Unterschrift setzen würde, sind die fertigen Pläne für den Hochwasserschutz in Polling. Denn 2012 überschwemmte die Ache die Gemeinde, auch das Gemeindeamt war stark betroffen. "Hochwasser ist etwas, das die Leute traumatisiert. Viele haben unruhige Nächte, wenn viel Niederschlag angesagt wird", weiß er. Bald soll Bewegung in die Sache kommen. "Es gibt Konzepte, die noch nicht ganz ausgereift sind. Ich bin aber guter Dinge", sagt er.

Ein großes Anliegen ist dem Pollinger auch, dass viele junge Leute und Familien in seine Gemeinde ziehen. "Eine Gemeinde kann nur durch Zuzug überleben", sagt er. Selbst hat er noch keine Kinder, er ist immer noch auf der Suche nach der richtigen Frau. Als drittes Anliegen nennt er den Zuzug auf das Betriebsbaugebiet, der sich bessern soll. Bald wird dort eine Halle der Firma Achleitner errichtet. "Wo Tauben sind fliegen Tauben zu", ist Reiter-Stranzinger optimistisch. Als Ausgleich zu seinem straffen Terminkalender geht der neue Bürgermeister gerne laufen, schwimmen oder Ski fahren. Aber auch lesen von Sachbüchern und Romanen nennt er als Hobbys.

 

Die Neuen im Amt

Bernhard Reiter-Stranzinger, ÖVP, 41 Jahre;

Wahlergebnis: 51,03 Prozent in der Stichwahl; Teilzeitbürgermeister; Hauptberuflich bei der Diözesanfinanzkammer/Kirchenbeitragsstelle Ried, Familienstand: ledig.

In der neuen Serie der Braunauer Warte werden alle neuen Bürgermeister des Bezirks und die Neuen im Landtag und Bundesrat vorgestellt. Angefangen von denjenigen mit dem größten Wählerzuspruch abwärts.

Nächste Woche: Michael Huber, Überackern

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Artikel Magdalena Lagetar 23. Januar 2016 - 14:04 Uhr
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