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Wenn am Apfelbaum Birnen wachsen

DORF/PR. Wo "Wunschbäume" und andere Exoten reifen – das kleine Paradies des Ernst Junger.

Wenn am Apfelbaum Birnen wachsen

Exoten am Hof von Ernst Junger: Dreierlei Sorten Kaki Bild: Burgstaller

Saftig. Säuerlich. Super. So schmeckt der von Ernst Junger gereichte Himbeerapfel. Genau so gut – wenn nicht sogar noch eine Spur besser – ist der Rosmarinapfel. Das unter dem jeweiligen Baum gemachte Geschmackskompliment veranlasst Junger zu einem verschmitzten Lächeln. Der Mittfünfziger zaubert sechs und mehr Sorten Äpfel oder Birnen auf jeweils einen Baum und nennt diesen deshalb "Wunschbaum". Sein Anwesen in Augendobl gleicht einem naturbelassenen Paradies mit jeder Menge an Bäumen, Sträuchern, Früchten und Tieren.

Jungers Wunschbaum ist auch deshalb besonders gefragt, weil er beispielsweise auf einen Apfelbaum frühe und späte Sorten "pfälzt" – in der Fachsprache "veredeln" genannt. Der vielseitige gelernte Gärtner veredelt neben Apfel- auch Birnen- und Kirschbäume. Selbstverständlich versteht er auch den Baumschnitt wie kaum ein anderer. Ernst Junger ist deshalb auch ein weitum gefragter Kursleiter. Und ein kleiner Zauberer. Ist es ihm doch gelungen, Birnen auf einen Apfelbaum zu pfälzen. "So etwas ist aber nicht von Dauer", gibt Junger zu, dass der Versuch nur eine Saison von Erfolg war. Trotzdem glaubt er, dass die Zeit nicht mehr fern ist, in der "unterschiedliche Früchte auf einem Baum wachsen". Er steht zu dieser Behauptung, auch wenn er dafür immer wieder für verrückt erklärt wird. "Es kommt nur darauf an, auf welcher ver-rückten Seite man sich befindet. Ich hoffe, auf der richtigen zu stehen."

Seinen Hof, aber auch seine Baumschule, bezeichnet Junger als "gewachsene Landwirtschaft". So schaut sie auch aus. Hunderte alte Apfel- und Birnensorten – "ich kenne gar nicht mehr alle" – werden hier kultiviert. Am Junger-Hof leben außerdem Kühe, Waldschafe, Hühner, Enten, Gänse, Truthühner, Katzen, ein Hund und eine Biberfamilie – diese als "freie, aber geduldete Untermieter".

Ernst Junger lässt der Natur auf seinem Hof tatsächlich "freien Lauf". In einer Ecke neben dem großen Biotop – im Gebüsch am Hügel dahinter brüten sogar Eulen – lädt der Gärtner und Bauer zur nächsten Verkostung. Jetzt wird’s exotisch: Die frisch vom Baum gepflückte Feige ist ein Traum, das gereichte rötliche Blatt – Pfui Teufel – so ungefähr muss Altöl schmecken, scheußlich. Lachend nennt Ernst Junger seine Bezeichnung für dieses Kraut: "Lanz Bulldog!" Dreierlei Sorten von Kaki – sie sind leider noch nicht reif – sind weitere Exoten am Jungerhof. Nach Zitrone schmeckende Blätter neutralisieren schnell den grauslichen Altölgeschmack.

Das Heckenfest

Ernst Jungers "Ur"-Wald sollten sich Besucher des "Heckenfestes", das er mit Hilfe von "Bio Austria" von 22. bis 24. September auf seinem Hof in Augendobl 3 veranstaltet, von ihm selbst erklären lassen. In diesem "Apfel-Nat-Urwald" sollen Natur- und Lebensraum Wald auf ein neues Niveau gehoben werden, "als Nahrungs- und Medizinlieferant beziehungsweise Schutz und Wohnfläche in Form lebender Architektur für ein Leben in, mit und von der Natur", sagt Junger. Tatsächlich entsteht am Hof des findigen Innviertlers derzeit ein aus Bäumen wachsendes Rund, das in ein paar Jahren zum fertigen, etwas anderen "Baumhaus" reifen soll. Details verrät Ernst Junger beim Heckenfest.

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Artikel OÖN 23. September 2017 - 10:04 Uhr
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