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"Uns gibt es, weil uns die jungen Menschen vertrauen"

RIED. Streetwork Ried feiert an diesem Wochenende den 20. Geburtstag – Kerstin Hofstätter ist von Beginn weg dabei

"Uns gibt es, weil uns die jungen Menschen vertrauen"

20 Jahre Streetwork Ried, Kerstin Hofstätter ist ein Kind der ersten Stunde Bild:

Die Jugend ist heute nicht anders als früher, die Sorgen und Probleme haben sich kaum verändert", sagt Kerstin Hofstätter. Die 43-Jährige muss es wissen, seit mittlerweile 20 Jahren ist sie das Gesicht von Streetwork Ried. Zahlreiche Kollegen sind in den zwei Jahrzehnten, mal kürzer, mal länger, an ihrer Seite gewesen, Hofstätter, die auch derzeit (wieder einmal) alleine weit mehr als 100 Jugendliche betreut und unterstützt, ist immer geblieben.

Die Themen, mit denen die jungen Menschen ins Streetwork-Büro kommen, haben oft mit der Abnabelung von daheim, der damit verbundenen Wohnungssuche oder mit dem Schritt in die Arbeitswelt zu tun. "Natürlich ist auch das Thema Arbeitslosigkeit ein ständiger Begleiter in meinem Beruf", so Hofstätter.

Drogenmissbrauch steigt

Immer häufiger werde sie seit einigen Jahren beispielsweise mit den schwerwiegenden Problemen, wie Online-Wetten, Glücksspiel-Sucht oder Drogen konfrontiert. Die Anzahl der Jugendlichen, die versuchen, Probleme mit dem Konsum von Drogen vergessen zu machen, sei permanent im Steigen, ist Hofstätter besorgt.

Am Samstag, 7. Oktober, feiert Streetwork ab 15 Uhr in der Wohlmayrgasse mit einer kleinen Feier den 20. Geburtstag. Um die jungen Menschen zu erreichen, sei es ihre Aufgabe, deren Lebenswelten und Milieus zu kennen, so Hofstätter.

Auf die Feierlichkeiten am Samstag freut sich Hofstätter, die in Görlitz, Sachsen, geboren wurde und 1996 der Liebe wegen ins Innviertel kam. "Es ist schön, nach 20 Jahren noch immer Teil von Streetwork Ried zu sein. Wenn sich die Jugend auf das Angebot nicht eingelassen hätte, dann würde es uns in dieser Form auch nicht mehr geben. Daher gilt mein Dank den jungen Menschen für ihr Vertrauen und die Bereitschaft, unser Angebot auch anzunehmen", sagt Hofstätter im OÖN-Gespräch.

"Ich habe in den 20 Jahren so viele tolle Menschen kennengelernt und Beziehungen geknüpft. Es fliegen immer wieder mal die Fetzen, aber das gehört dazu", sagt Hofstätter mit einem Schmunzeln.

Familie als Ruhepol

Von ihrem stressigen Alltag kann sich "das Kind der ersten Stunde" von Streetwork Ried, das 2009 mit dem renommierten Dietmar-Preis ausgezeichnet wurde, vor allem daheim in Antiesenhofen, beim Radfahren, Tatort schauen oder Lesen erholen. "Mein Mann ist seit 23 Jahren eine tolle Stütze, seine Ruhe und Gelassenheit geben mir Tag für Tag sehr viel Kraft." Auch zu ihren Eltern in Sachsen hat Hofstätter nach wie vor täglich Kontakt. "Ohne sie wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin."

Weniger relaxed ist Hofstätter, wenn es um ihre Leidenschaft, den Fußball, und ihre zwei Lieblingsmannschaften geht. Da musste die Streetworkerin in den vergangenen Jahren mehr mit der SV Ried als mit dem FC Bayern leiden. Zumindest kann sich die 43-Jährige dieses Wochenende voll und ganz auf die 20-Jahr-Feier von Streetwork konzentrieren. Warum? Weder die SV Ried noch die Bayern absolvieren (aufgrund der Länderspielpause) ein Meisterschaftsspiel. Happy Birthday!

"Uns gibt es, weil uns die jungen Menschen vertrauen"

Streetwork-Büro in Ried

 

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Artikel Thomas Streif 05. Oktober 2017 - 20:10 Uhr
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