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Unfallkreuzung auf Rieder Umfahrung: Tempolimit oder eigene Abbiegespur?

RIED, MEHRNBACH. Ein Lokalaugenschein nach dem schweren Motorradunfall in der Vorwoche.

Unfallkreuzung auf Rieder Umfahrung: Tempolimit oder eigene Abbiegespur?

Beim diesem Unfall in der Vorwoche auf der Rieder Umfahrungsstraße wurde eine Motorradlenkerin schwer verletzt. Bild: (FF Ried)

328 Unfälle mit 427 Verletzten und sieben Toten gab es im vergangenen Jahr im Bezirk Ried. Auch auf der Umfahrung Ried (B 141) hat es in der Vergangenheit einige schwere Unfälle gegeben. Ende August kam es dort zu einem Zusammenstoß zwischen einer Motorradfahrerin aus Rottenbach und einem Autolenker, die Frau wurde mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Warum passieren auf diesem Straßenstück immer mehr tragische Unfälle? Dieser Frage sind wir bei einem Lokalaugenschein nachgegangen und haben dabei folgende Beobachtungen gemacht: Der Kreisverkehr beim Lebensmitteldiskonter Hofer bremst die Geschwindigkeit aus allen Richtungen auf ein Minimum. Aber beim Verlassen des Kreisverkehrs, vor allem, wenn die Autos in Richtung Stadtmitte (Abfahrt Kasernstraße) unterwegs sind, wird gleich ordentlich aufs Gas gedrückt.

Das Tempo ist viel zu hoch

Von den Autos, und noch mehr von Motorrädern. Zwei Sattelschlepper müssen noch ganz schnell überholt werden, um dann womöglich nach einem halben Kilometer ohnedies wieder voll zu bremsen, um die 70er-Beschränkung am Anfang des Rieder Stadtgebietes überhaupt einhalten zu können. Eine große Gefahrenstelle ist bei Kilometer 26,4 die kleine und wirklich unscheinbare Kreuzung auf der Höhe des Autohauses Brand.

Für Linksabbieger in Richtung Renetshamer Weg bzw. Riedberg gibt es weder einen Verkehrsteiler noch eine eigene Abbiegespur. Trotzdem biegen dort sehr viele Fahrzeuge nach links ab, weil dies auch für die Bewohner des Riedbergs der kürzeste Weg ist.

Die Gefahr, den Gegenverkehr zu übersehen bzw. von einem Tempobolzer von hinten gerammt zu werden, ist an dieser Stelle ziemlich groß. Aber auch, wenn ein Fahrzeug vom Riedberg oder vom Renetshamer Weg kommt und nach links (in Richtung Hohenzell) abbiegen will, ist die Gefahr "abgeschossen" zu werden relativ hoch. Das Tempo der Autos ist sehr oft mehr als die erlaubten 100 km/h.

Auch Mehrnbachs Bürgermeister Georg Stieglmayr kennt diese Stelle: "Das Abbiegen dort ist relativ gefährlich. Das Land und die Gemeinden sind zwar redlich bemüht, Verbesserungen herbeizuführen. Auch in der Gemeinde Mehrnbach gibt es einige Bereiche mit hohem Unfallpotenzial".

 

Info

Unfallhäufungsstellen: Laut dem Land Oberösterreich liegt eine Unfallhäufungsstelle vor, wenn sich innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von drei Jahren an einer Straßenstelle mindestens drei Unfälle mit Personenschaden ereignen oder mindestens fünf gleichartige Unfälle mit Personen- oder Sachschaden.

Das große Ziel des Landes: 25 Prozent weniger Verkehrstote, 20 Prozent weniger Verletzte und 10 Prozent weniger Unfälle bis 2022. (Quelle: Landesrat Günther Steinkellner)

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Artikel Josef Schuldenzucker 07. September 2017 - 07:04 Uhr
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