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Schärding: Cannabispflanzen ganz legal in Geschäft

SCHÄRDING. Hanfstecklinge und -samen dürfen verkauft, aber nicht zur Blüte gebracht werden.

In einem Schärdinger Shop gibt es jetzt ganz legal Cannabispflanzen zu kaufen

"Dr. Green Ethnobotanics"-Geschäftsführer Thomas Jaud (rechts) mit seinem Mitarbeiter Marco Schweighöfer Bild: OÖN

Seit 1. Dezember verkauft der Rieder Thomas Jaud in Schärding Hanfstecklinge. "Ich brauche keine Gewerbegenehmigung, weil ich die Pflanzen nur weiterverkaufe und nicht züchte", berichtet er auf OÖN-Anfrage. Cannabis sei im Aufschwung. Es gebe einen großen Markt für die Pflanzen, deren Blüten den berauschenden Wirkstoff THC enthalten. In Österreich ist der Anbau und Besitz von Cannabis legal – solange die Pflanzen nicht zur Blüte gebracht werden.

Wie aber hindert man eine Pflanze am Blühen? "Mit einem Leuchtmittel. Solange die Pflanzen dem Licht ausgesetzt sind, blühen sie nicht", erklärt Jaud. Ob das seine Kunden auch so handhaben, dazu möchte sich der junge Unternehmer nicht äußern. Er würde sich allerdings wünschen, dass sie die Cannabispflanzen nur als Zierpflanzen nutzen.

Rechtliche Grauzone

Immerhin verkaufe der Geschäftsführer des sogenannten Growshops "Dr. Green Ethnobotanik" nicht an unter 18-Jährige und würde nachfragen, wenn ein Kunde mehr als drei Hanfsetzlinge kaufen möchte. Denn die Aufzucht von Cannabis mit dem klaren Hintergedanken, Drogen zu produzieren, ist auch in Österreich nicht gestattet. Das zu beurteilen, ist im Einzelfall freilich eine Frage der Beweiswürdigung, sagen Juristen.

Werden zum Beispiel in einer Wohnung 50 Cannabis-Pflanzen gefunden, die noch nicht blühen, wird sich dennoch die Frage stellen, ob beim Aufzüchter nur rein botanisches Interesse besteht, so ein Innviertler Jurist auf OÖN-Anfrage.

Insgesamt handelt es sich um eine rechtliche Grauzone, weil zwar die Cannabis-Aufzucht nicht explizit verboten ist, der Besitz von Cannabisblüten, die in getrockneter Form als Marihuana bekannt sind, aber eindeutig illegal ist. So ganz einfach scheint die Geschäftseröffnung für den jungen Unternehmer im Vorfeld auch nicht gewesen zu sein. "Ich habe zuerst in Ried und in Grieskirchen nach einem Standort gesucht. Einen Vermieter habe ich aber erst in Schärding gefunden", erzählt Jaud, der in seinem Shop neben Cannabispflanzen und -samen auch Anbauzubehör und Fachliteratur verkauft.

Die Grenznähe zum Raum Passau habe dabei keine Rolle gespielt. Seine Kunden kommen aber auch aus dem angrenzenden Bayern, wie die Passauer Zeitung "Am Sonntag" berichtete. Die Passauer Staatsanwaltschaft habe schon ein erhöhtes Aufkommen bemerkt. Im Rahmen der Grenzkontrollen seien einige Hanfsetzlinge entdeckt worden. In Deutschland stellt sich die Rechtslage aber völlig anders dar. Denn dort sind Besitz, Handel und Anbau der weichen Droge verboten.

Ausnahmen bezüglich des Eigenanbaus von Cannabis gibt es lediglich zu therapeutischen Zwecken, die in Einzelfällen genehmigt werden müssen, so die Passauer Sonntagszeitung.

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Artikel 30. Januar 2017 - 01:34 Uhr
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