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Neuregelung für Hausapotheken lässt Hausärzte und ihre Patienten aufatmen

SANKT PANTALEON. Pontigoner Arztpraxis muss aufgrund der 4-Kilometer-Regel nun nicht neu gebaut werden.

Neuregelung für Hausapotheken lässt Hausärzte und ihre Patienten aufatmen

Erleichterung bei vielen Hausärzten: Die Distanz zwischen Hausapotheke und öffentlicher Apotheke soll künftig vier statt sechs Kilometer betragen. Bild: (Weihbold)

Bei Eva Maria Permanschlager, die gemeinsam mit Vater Ulrich eine Gemeinschaftspraxis führt, ist das Aufatmen hörbar groß. Der Grund: Wie kürzlich bekannt wurde, soll vor dem Sommer von der Regierung eine Neuregelung der Hausapotheken beschlossen werden. Konkret heißt das, dass der Mindestabstand zur nächsten Hausapotheke künftig wieder vier Kilometer betragen muss. Diese Distanz wurde bei einer Gesetzesnovelle im Jahr 2006 auf sechs Kilometer erhöht – was besonders bei der Übernahme von Arztpraxen mit Hausapotheke schlagend wurde.

Wie in der Braunauer Warte berichtet, hätte genau dies auf die Arztfamilie Permanschlager zugetroffen, die 4,5 Kilometer von der nächsten Apotheke in Bürmoos entfernt ist. Denn in etwa zwei Jahren soll Eva Maria die Ordination ihres Vaters übernehmen. "Diese Regelung ist sehr positiv für uns, weil wir die Praxis nicht aus dem Ortskern verlegen müssen. Das wäre ein enormer Nachteil für die Ortsstruktur gewesen", sagt die Ärztin.

Umbau statt Umzug

Statt eines Neubaus werde lediglich eine Vergrößerung der bisherigen Behandlungsstätte der Gruppenpraxis Permanschlager durchgeführt. Die Praxis ohne Hausapotheke weiterzuführen, wäre für Eva Maria Permanschlager nicht in Frage gekommen. "Ich will die Ordination möglicherweise auch nach der Übernahme zu zweit führen und ohne Hausapotheke wäre das nicht rentabel." Auch David Valentin, VP-Bürgermeister von St. Pantaleon, sowie dessen Parteikollege Bundesrat Ferdinand Tiefnig begrüßen die Sicherung der medizinischen Versorgung. "Gerade für Menschen in ländlichen Regionen ist es wichtig, dass sie sich die notwendigen Medikamente bei einem Arzt vor Ort besorgen können und nicht erst zu einer entfernten Apotheke fahren müssen", betont Tiefnig. Derzeit gibt es im Bezirk acht Apotheken. Insgesamt führen zehn der 49 Braunauer Hausärzte eine Hausapotheke.

Womöglich könnte sich die Anzahl mit der Neuregelung verändern, da in flächenmäßig großen Gemeinden künftig auch eine Hausapotheke geführt werden dürfe, wenn dort bereits eine öffentliche Apotheke betrieben wird – jedoch muss ein Mindestabstand von sechs Kilometer eingehalten werden. "Es ist ein großes Plus an Lebensqualität, wenn Medikamente beim Arzt vor Ort bezogen werden können", sagt Erich Rippl, Abgeordneter zum Landtag (SP).

Auch der zweite Hausarzt in St. Pantaleon begrüßt die Änderung. Wenngleich sie für Helmut Binder zu spät kommt. Denn der Mediziner musste 2011, wie berichtet, seine Praxis mit Hausapotheke aufgrund der Kilometer-Regelung von Riedersbach nach Alt Kirchberg umsiedeln, da in Ostermiething – nur 2,8 Kilometer entfernt – eine öffentliche Apotheke eröffnete – obwohl bereits eine Arztpraxis mit Hausapotheke existierte. Dieser wurde jedoch die Bewilligung entzogen.

"Ich verstehe nicht, warum diese öffentliche Apotheke genehmigt wurde und bin gespannt, wie es nach der Neuregelung damit weitergeht", sagt Binder und hofft: "Erweist sicht die Konzession als nichtig, könnte ich die Hausapotheke wieder in die alte Ordination nach Riedersbach verlegen".

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Artikel Valentina Dirmaier 24. März 2016 - 02:15 Uhr
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