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Neuer Bahn-Fahrplan rollt Direktzug nach München auf das Abstellgleis

BRAUNAU/RIED/SCHÄRDING. Mit deutlichen Verbesserungen werben die ÖBB für den neuen Fahrplan, der ab 9. Dezember Gültigkeit haben wird.

Neuer Bahn-Fahrplan rollt Direktzug nach München auf das Abstellgleis

Letzter Direktzug von und nach München am 8. Dezember Bild: Wodicka

Tatsächlich wird es viele Verbesserungen geben, etwa wird die Strecke Wien–Linz in fünf Viertelstunden zu bewältigen sein, München–Wien in knappen vier Stunden.

Doch das Innviertel fällt mit wenigen Ausnahmen fast gänzlich durch den Rost, eine erwartete bessere Vertaktung der Züge lässt auf sich warten. Und der Schnellverbindung Garsten–Ried–München (Ried–München wurde in weniger als zwei Stunden gefahren) wurde der Todesstoß versetzt. Dafür soll es eine neue Umsteige-Frühverbindung am Wochenende von Wels über Ried und Braunau zum bayerischen Verkehrsknoten Mühldorf geben. Es gibt eine neue Frühverbindung von Braunau über Ried nach Neumarkt (Umsteigemöglichkeit Richtung Wels–Linz) und abends retour, allerdings nur bis Ried (siehe Kasten).

Die OÖNachrichten haben vergangenes Wochenende einen „Lokalaugenschein“ durchgeführt und sind von Ried nach München und zurückgefahren. Zwischen Ried und Braunau wurde das Angebot von den österreichischen Fahrgästen nur mäßig angenommen, etwa zwei Dutzend Fahrgäste waren unterwegs. 30 weitere Zugreisende stiegen in Simbach zu, ab Mühldorf war die Verbindung zu 70 Prozent ausgelastet. Die Streichung der Schnellverbindung nach München sei gerechtfertigt, erläuterte der befragte Schaffner: „Grenzüberschreitend sind zu wenig Reisende unterwegs“. Ausnahmen würden Sonntagabende und saisonal bedingte Veranstaltungen, wie das Oktoberfest, darstellen.

Leuchtet ein, hätte sich da nicht eine überaus „merkwürdige“ Begebenheit bei der Rückfahrt abgespielt: Auf Gleis 11 wird D 969 zur Abfahrt um 17.48 Uhr bereit gestellt. Doch er ist nicht alleine. Ein Railjet hat sich zu ihm am Nachbargleis gesellt, mit fast gleicher Abfahrtszeit nach Linz über Salzburg mit der durchaus attraktiven Planankunft um 20.09 Uhr in Linz. Wer früher fahren will: Kein Problem, diese Verbindung gibt es im Stundentakt. „Damit ist alles klar, die ÖBB machen sich selber Konkurrenz. Und dann wird beklagt, dass auf der Strecke in der Relation Garsten–Linz–Ried–München nichts geht“, stellt ein Innviertler Fahrgast fest.

Auf der Rückfahrt Sonntag Abend bewahrheitete sich die Auskunft des Schaffners. Der Zug war von München bis Mühldorf voll belegt. Etwa 60 Fahrgäste waren Sonntag Abend grenzüberschreitend unterwegs. Doch auch in Braunau stiegen 25 Fahrgäste zu und in Ried 35; in Ried stiegen 15 Fahrgäste aus.

Dass die Schnellverbindung Garsten–Linz–Ried–Braunau–München wegfällt, bringt im Innviertel folgende Nachteile mit sich: keine morgendliche Direktverbindung von Linz nach Ried und Braunau und auch keine abendliche Direktverbindung retour. Die Südostbayernbahn hat für die bayerische Seite einen Notfallplan (München–Simbach in eineinhalb Stunden) aus dem Boden gestampft. Dieser ist für Innviertler allerdings nur werktags attraktiv, denn am Wochenende bleiben die Züge quasi bei jeder Milchkanne stehen.

Dem bayerischen Vorschlag, die durchgehende Verbindung noch aufrecht zu erhalten bis zusätzliche durchgehende Verbindungen zwischen Mühldorf über Braunau, Ried und Neumarkt/Kallham nach Wels und Linz realisiert sind, wurde offenbar kein Gehör geschenkt.

„Durch die zusätzlichen Postbuslinien nach Straßwalchen und Mattighofen wird die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel für die Schüler und Pendler unserer Region entscheidend attraktiviert“, verkündet SP-Landtagsabgeordneter Erich Rippl nach Verhandlungen mit den ÖBB und der ÖBB-Postbus AG.

Er zeigt folgende Perspektiven auf: „Mit der Fertigstellung der Elektrifizierung der Mattigtalbahn von Steindorf nach Friedburg und dem neuen Bahnhof Friedburg bis 2015 wird es möglich, in S-Bahn-Garnituren von Friedburg bis Salzburg bequem durchzufahren. Unangenehme Wartezeiten fallen somit weg.“

 

Auszug Fahrplan neu

Neue Verbindungen: Montag bis Freitag: Braunau ab 06:09 Uhr, Ried ab 06:42 Uhr , Neumarkt-Kallham an 7:02 Uhr, umsteigen, Neumarkt ab 07:06 Uhr, Wels an 07:27 Uhr, Linz an 07:47 Uhr. Abendverbindung (Montag bis Freitag): Linz ab 20:32 Uhr, Wels an 20:43 Uhr, umsteigen, Wels ab 20:48 Uhr, Ried an 21:37 Uhr – leider keine Weiterfahrt bis Braunau.

Vorverlegt: Die letztmögliche abendliche Zugabfahrt von Braunau (19.28 Uhr), Ried (20.09 Uhr) nach Wels ist mit Fahrplanwechsel am 9. Dezember gegenüber dem aktuellen Fahrplan vorverlegt.

Busverkehr: Zusätzliche Postbuslinien nach Straßwalchen und Mattighofen attraktivieren den öffentlichen Verkehr im Mattigtal. Weitere neue Kurse Straßwalchen–Hocheck um 7:10 Uhr und retour um 7:32 sowie Straßwalchen– Brunn vormittags schaffen bessere Umsteigemöglichkeiten Richtung Salzburg. Ein weiterer neuer Kurs Straßwalchen–Friedburg um 23 Uhr bindet die Region auch zu späterer Stunde an die Westbahn an.

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Artikel Martina Weidenholzer 02. November 2012 - 00:04 Uhr
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