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Nach 21 Jahren heißt es Landtag adé: Franz Weinberger geht

ALTHEIM. Altheims VP-Bürgermeister spricht im Interview über seinen heutigen Abschied aus Linz.

Nach 21 Jahren heißt es Landtag adé: Franz Weinberger wird abgelobt

Franz Weinberger bei seiner letzten Rede im Dezember – im Hintergrund Landtagspräsident Viktor Sigl Bild: privat

Heute übergibt Landtagsabgeordneter Franz Weinberger (VP) wie angekündigt sein Mandat an Gerald Weilbuchner aus Burgkirchen. Der 62-Jährige Altheimer Bürgermeister sitzt seit 1997 im Landtag. Er gehe mit einem "guten Gefühl", sein Terminkalender wird trotzdem voll bleiben, wie er im Interview erzählt.

 

21 Jahre im Landtag: Sie sind ein alter Hase. Wie sehen Sie die Übergabe an den "Jungspund?"

Ich wünsche dem Gerald Weilbuchner eine gute und erfolgreiche Zeit und dem Bezirk und dem Wahlkreis, dass er den Erwartungshaltungen der Bevölkerung und der eigenen Fraktion gerecht wird. Er muss seinen Weg finden. Ich werde ihn so gut es geht unterstützen, wenn ich gefragt werde.

Eine Eröffnung oder ein Fest in der Region ohne Franz Weinberger war nicht vorstellbar. Ist ein Franz Weinberger ohne Feste und Eröffnungen vorstellbar?

Selbstverständlich! (lacht) Der Franz Weinberger wird, wenn er Zeit hat und eingeladen wird, auch zukünftig Termine wahrnehmen. Ich bin mit den Musikvereinen und Feuerwehren und anderen Vereinen verbunden. Natürlich wird es etwas leichter. Ich freue mich, dass die menschliche Wertschätzung in dieser Zeit immer da war und das war wirklich das Schöne in der Politik. Es ist mir ein Anliegen, allen Menschen, die mich jahrzehntelang in diesem Amt begleitet haben, dafür zu danken!

Sie sind ja bekannt für Ihre Präsenz bei offiziellen Anlässen. Was werden Sie denn jetzt eine ganze Zeit lang nicht essen?

(lacht) Es hat durchwegs immer eine Auswahl gegeben. Ich werde meine Gewohnheiten weiterführen. Und wenn etwas mehr Gemüse dabei ist, dann wird mir das ja sicher auch nicht schaden! Meinen täglichen Apfel esse ich nach wie vor.

Ihr voller Terminkalender wird sich jetzt leeren. Womit wollen Sie ihn denn wieder füllen?

Als Bezirksparteiobmann bis Herbst 2018 gibt es noch viele Termine und auch in der Gemeinde natürlich. Ich hoffe, dass ein bisschen mehr Zeit für die Enkelkinder und für mich persönlich bleibt, die werde ich genießen. Bergwandern, Radlfahren, im Sommer Schwarzbeeren pflücken oder Schwammerlsuchen. Und Skifahren und Skilehrer sein.

In 21 Jahren passieren einem Landtagsabgeordneten auch lustige Peinlichkeiten, über die er jetzt lachen kann. Lassen Sie uns doch mitlachen und erzählen Sie uns eine!

Bei der 50er-Feier von Sulzberger Sepp in Perwang (Bürgermeister von Perwang, Anm. d. Red.) habe ich Palting statt Perwang gesagt. Damit haben mich der Sepp und der Pater Virgil hübsch den ganzen Abend lang aufgezogen. Daran kann ich mich gut erinnern!

Wenn Sie an Ihre Angelobung vor 21 Jahren denken und an Ihre Abgelobung heute. Was hat sich in der Zwischenzeit politisch für Sie geändert?

Sehr viel. Das Land Oberösterreich und unsere Region haben einen guten Aufschwung gewonnen. Wirtschaft, Infrastruktur, Bildung, wir haben viele positive Sachen zu Stande gebracht. Es war immer eine menschliche Begegnung mit den Kollegen im Landtag, bei all den sachlichen Unterschieden. Das ist mir immer besonders wichtig gewesen.

Und persönlich?

Ich bin natürlich um so viel älter geworden (lacht), habe aber auch viel Berufs- und Lebenserfahrung dazugewonnen. Viele haben ja immer gesagt, besonders in den ersten Jahren, dass ich eigentlich immer gleich geblieben bin. Und das auf einem guten Level zu halten, war mir wichtig.

Wenn Sie eine politische Entscheidung in dieser langen Zeitspanne im Landtag ändern könnten, welche wäre das?

Eine Zäsur für unsere Region und unseren Bezirk war in gewisser Weise die Gesundheitsreform 2011. Das war eine der schwierigsten Entscheidungen. Ich möchte nicht nachtrauern, hinten nach ist man immer g’scheiter. Eine, die noch nicht gefällt ist, aber die im Anmarsch ist, ist, dass wir aller Wahrscheinlichkeit nach 2019 die Berufsschule Braunau verlieren werden. Ich habe mich in Gesprächen eingesetzt und auch in den Klub- und Ausschusssitzungen stark gemacht. Diese Entscheidung tut doppelt weh, wir verlieren eine wichtige Bildungseinrichtung und unsere jungen Menschen haben wieder weitere Schulwege. Und wir sind ja der Bezirk im Innviertel, der viel Wirtschaftsleistung erbringt und der es sich verdient hätte, dass wir den Standort aufwerten und nicht abwerten.

Was war die wichtigste Errungenschaft?

Für Altheim und für die Region die Umfahrungen Altheim und St. Peter und jetzt auch Munderfing. Auch andere sind wichtig, natürlich! Öffentlicher Verkehr, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schule. Das Wichtigste ist aber, dass die Menschen wahrnehmen, was man tut und, dass das einen Nutzen bringt.

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Artikel Magdalena Lagetar 25. Januar 2018 - 08:04 Uhr
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