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Kunsthistorisches Kleinod: 555 Jahre Fresken

OSTERMIETHING. Ab dem Jahr 1463 wurde Raum im alten Pfarrhof Ostermiething mit Fresken ausgestaltet.

Kunsthistorisches Kleinod: 555 Jahre Fresken

Die Darstellung einer Hirschjagd im Weilhart-Forst im 15. Jahrhundert. Bild: Adolf Krempl

Nachdem der "neue" Pfarrhof in Ostermiething unter Pfarrer Arnoldus Taubenpruner 1462 vollendet worden war, ging es an die Innengestaltung. Ab 1463 – also vor exakt 555 Jahren – wurde ein 6,2 mal vier Meter großer, tonnengewölbter Raum mit Fresken ausgestaltet. Damit entstand ein kulturhistorisches Kleinod mittelalterlicher Freskenkunst mit Bedeutung über unsere Region hinaus. Die Marktgemeinde feiert dies jetzt mit einem Festakt und einem Vortrag des Kulturreferenten Karl Hager.

Der Schöpfer der Fresken war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Wanderkünstler aus dem süddeutschen Raum, vielleicht aus Augsburg, vermutet Verena Dahlitz in ihrer 1999 verfassten Diplomarbeit zu den Ostermiethinger Fresken. Die Darstellungen umfassen Gestalten aus der Bibel, Philosophen und lokale Geschehnisse. An der Westwand findet sich die sogenannte "Verkehrte Welt", die Fische auf Bäumen sitzend und Vögel in einem Teich schwimmend abbildet.

Eine Begebenheit des Lebens der Oberschicht des 15. Jahrhunderts zeigt die Darstellung einer Hirschjagd an der Ostwand. Die Hatz auf Hirsche zählte zur "Hohen Jagd" auf große Tiere und war den "Hohen Herrn" vorbehalten. Nur sie durften Hirsch, Reh und Hochgebirgswild erlegen. Auf dem Ostermiethinger Fresko ist eine "Hohe Jagd" dargestellt, an der fünf Männer und eine Meute Hunde beteiligt sind.

Verputzt und wiederentdeckt

Welche Funktion der Raum hatte, konnte nicht mehr festgestellt werden. Das ganze Gebäude diente etwa 450 Jahre als Pfarrhof, später war es Unterkunft der Zollaufsicht und Finanzverwaltung, Lazarett, Krankenhaus und Altenheim. Bei Reinigungsarbeiten von Mädchen des Reichsarbeitsdienstes entdeckten diese 1941 die verputzten Wandmalereien wieder, die dann freigelegt und 1944 professionell gereinigt wurden.

Das wissenschaftliche Interesse an diesem Fund hielt sich in Grenzen. Die Fresken fanden kaum Erwähnung in der kunsthistorischen Literatur. Erst 1995 erschien ein Buch von Franz Schwaiger, 1999 die Diplomarbeit von Verena Dahlitz und zuletzt das Werk des Ostermiethinger Kulturreferenten Karl Hager.

Das Gebäude in dem sich die denkmalgeschützten Fresken heute befinden, gehört nach dem Umzug des Seniorenheimes der Firma Stampfl und zum Wohnen-im-Zentrum-Ostermiething.

Besichtigung: Terminvereinbarung im Marktgemeindeamt Ostermiething unter 06278/ 6255.

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Artikel Manfred Fischer 06. Mai 2018 - 18:04 Uhr
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