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Josef Högl: "Wir haben ein sehr aktives Vereinsleben und motivierte Bürger"

MÖRSCHWANG. Der gebürtige Rainbacher ist der erste "Nicht-Landwirt" auf dem Mörschwanger Bürgermeistersessel.

Josef Högl: "Wir haben ein sehr aktives Vereinsleben und motivierte Bürger"

Josef Högl wurde mit fast 94 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister von Mörschwang gewählt. Bild: OÖN/jsz

Mit eindrucksvollen 93,81 Prozent der Stimmen wurde Josef Högl im September des Vorjahres zum Bürgermeister gewählt. 212 Mörschwanger haben für ihn gestimmt. Er ist der erste "Nicht-Landwirt" als Gemeindeoberhaupt.

Der "Neue" arbeitet im Ziegelwerk in Senftenbach und ist dort für die Instandhaltung und die Produktionsleitung zuständig. "Ich habe von meinem Chef die nötige Rückendeckung bekommen und konnte die Arbeitszeit auf 30 Wochenstunden reduzieren", freut sich Josef Högl über das Verständnis von Firmenchef Franz Flotzinger.

"Es ist für mich eine große Ehre, Bürgermeister von Mörschwang zu sein. Und es freut mich ganz besonders, dass ich mit einer so großen Mehrheit gewählt wurde. Ich werde mich bemühen, die Gemeinde, die bis dato schon sehr gut geführt wurde, weiterzuentwickeln. Es gibt bei uns ein aktives Vereinsleben, viele motivierte Leute, die bereit sind, für Mörschwang zu arbeiten. Das hat bei uns großen Wert", ist der neue Bürgermeister voll motiviert.

Ein kleines Beispiel für den Zusammenhalt in einer kleinen Gemeinde: Bei der Renovierung der Kirchenmauer haben alle Vereine mitgeholfen, auch beim Dorfhaus war die Beteiligung der Gemeindebürger groß.

Josef Högl lebt seit fast 26 Jahren in Mörschwang. Der gebürtige Rainbacher hat sich 1990 ein Haus gekauft und lebt seither in der Gemeinde. Von 2003 bis 2013 war er Feuerwehrkommandant. Dieses Amt hat er zum "50er" zurückgelegt. Im Gemeinderat ist er seit zwei Perioden, die letzte war er Obmann des Prüfungsausschusses. Das Kräfteverhältnis in Mörschwang ist eindeutig: Die Bürgermeisterpartei (ÖVP) hat acht Mandate, erstmals haben die Grünen den Sprung in die Gemeindepolitik geschafft (1 Mandat).

"Unsere Gemeinde ist eine schöne Wohngegend, es gibt noch ausreichend Baugründe zu moderaten Preisen (25 Euro/Quadratmeter). Und wir sind in der glücklichen Lage, dass Reichersberg, Ort und Gurten in fünf bis sieben Minuten erreichbar sind. Dort gibt es sehr viele Arbeitsplätze", macht Josef Högl für Mörschwang etwas Eigenwerbung.

Finanziell werden eher "kleine Brötchen" gebacken. 2015 wurde eine "schwarze Null" erreicht, 2016 wird die Gemeinde wieder leicht ins Minus rutschen. Als Nächstes in Angriff genommen werden neue Siedlungsstraßen und der barrierefreie Zugang zum Amtsgebäude.

Leicht erregt reagiert Bürgermeister Josef Högl auf die Frage nach den Flüchtlingsunterkünften: "Mich ärgert diese ständige Anprangerung der Gemeinden, die noch keine Flüchtlinge haben. Ich lade gerne einen Landesrat ein, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Wir verwehren uns nicht dagegen, aber eine so kleine Gemeinde hat halt keine großen Möglichkeiten. Zuerst anschauen, dann anprangern, sollte die Devise sein.

 

Steckbrief

Geboren: 11. April 1963

Familienstand: verheiratet, drei erwachsene Töchter und einen Sohn

Hobbys: Im Sommer Ausfahrten mit dem Motorrad (Honda), Städtetrips mit meiner Frau, Wellnessurlaube, gehe einmal wöchentlich in die Sauna in Geinberg

Selbstbeschreibung: Ich habe einen Hang zur Perfektion und bin schnell einmal ungeduldig.

Wofür stehen Sie? Für ehrliche und offene Arbeit, mit Hirn und Hausverstand die Probleme angehen.

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Artikel Josef Schuldenzucker 23. Januar 2016 - 17:01 Uhr
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