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Japaner holen sich in Moosbach Tipps gegen die Landflucht in der Heimat

MOOSBACH. Neun Professoren und Studenten von der Hitotsubashi-Universität forschten in Moosbach.

Japaner holen sich in Moosbach Tipps gegen die Landflucht in der Heimat

Eine japanische Delegation war zu Gast in Moosbach, unter anderem besichtigten sie das Feuerwehrhaus Bild: privat

Die Japaner haben ein Problem. Eines, das auch viele Gemeinden in Österreich kennen: Landflucht. Japanische Gemeinden am Land mutieren zu richtigen Geisterstädten, weil die Bewohner in die Städte abwandern. Um diesem Trend entgegenzusteuern, besucht eine neunköpfige Delegation der Hitotsubashi-Universität in jedem österreichischen Bundesland eine Gemeinde, in der sich die Bevölkerungszahl nicht verkleinert. Und zwar eine, die eher wenig finanzielle Möglichkeiten hat, aber dafür aktive Vereine und Projekte, die diese Vereine für die Gemeinde unentgeltlich in die Tat umsetzen. Ein Anruf in der oberösterreichischen Landesregierung genügte, um die Japaner nach Moosbach zu schicken. Dort, wo der Dorferneuerungsverein sehr aktiv ist und im kommenden Jahr auch die Ortsbildmesse stattfinden wird. FP-Bürgermeister Johann Scharf hat die Delegation gerne begrüßt. Vorab gab er ihnen viele wichtige Gemeinde-Informationen zur Bevölkerungsentwicklung, der Industrie, den Finanzen, den Vereinen und so weiter. "Wir haben Glück, dass wir eine größere Fläche umwidmen haben können und so Baugrund entstanden ist. Die Baugrundpreise waren bei uns vor ein paar Jahren sehr niedrig. Ein bisschen haben sie angezogen, aber es ziehen viele Familien zu uns", erklärt er die steigende Bevölkerungszahl. Denn 1990 wohnten in Moosbach 822 Einwohner, 2017 sind es schon 1020. Trotz eines straffen Budgets, das gerade noch so ausgeglichen werden kann, hat die Gemeinde auch viele Projekte umsetzen können. Großer Dank gilt hier dem sehr aktiven Dorferneuerungsverein. "So etwas haben die Japaner gar nicht gekannt", sagt Obmann Gottfried Eiblmeier. Gemeinsam besuchten sie unter anderem das Friedenskreuz, ein Projekt des Dorferneuerungsvereins. Überhaupt, so Scharf, war den Japanern die Vereinsstruktur gänzlich unbekannt. "Sie haben sich sehr dafür interessiert, wie Vereinsstrukturen funktionieren, wir haben uns Klubheime angeschaut", erzählt der Bürgermeister. Aber auch das Interesse für die Landwirtschaft war enorm. Sie seien nämlich der Meinung, dass innovative Landwirtschaft die Leute vom Abwandern in die Städte abhalte. Groß war das Interesse auch für die Biomasse. Einen Tag lang sammelten die Japaner jede Menge Infos, übten sich im Stockschießen und reisten weiter – abends zum Beispiel ins Volksfest bei der Rieder Messe. In Japan soll aus den Erkenntnissen eine Modellregion entstehen, bei der so ähnliche Strukturen, wie in Österreichischen Dörfern durfte, umgesetzt werden.

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Artikel Magdalena Lagetar 14. September 2017 - 12:04 Uhr
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