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Innviertler misst mit Satelliten Bodenfeuchte der Erdoberfläche

BRAUNAU/WIEN. Braunauer Forschungspreisgewinner darf Supercomputer VSC3 der TU Wien verwenden.

Innviertler misst mit Satellitenhilfe Bodenfeuchte der Erdoberfläche

Stefan Schaufler wirkt in der Forschungsgruppe Fernerkundung mit. Bild: HTL Braunau

Stefan Schaufler gehört einer außergewöhnlichen Projektgruppe an. Der Absolvent der HTL Braunau hat nach dem Studium der Geodäsie – der Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche – und der Geoinformation an der TU Wien die Chance bekommen, in der Forschungsgruppe Fernerkundung mitzuwirken. Schaufler misst mit Hilfe des Sentinel-1-Satelliten der European Space Agency (ESA) die Bodenfeuchte der Erdoberfläche. Diese Information wird für Wettermodelle und effektives Bewirtschaften von Ackerflächen benötigt. Außerdem ist das Messen der Bodenfeuchte eine der Schlüsselvariablen für das Beobachten des Klimawandels.

"Bei dieser Arbeit merkt man wirklich, dass wir mittlerweile im Zeitalter der Big-Data angekommen sind. Die Sentinel-1-Satelliten liefern täglich zwei Terabyte an Daten, weshalb wir inzwischen schon Petabytes von Satellitendaten zu speichern und zu analysieren haben", so der Braunauer Diplom-Ingenieur. "Zum Glück kann ich für diese Prozessierung den Supercomputer VSC3 der TU Wien benutzen."

Ab Sommer zieht es Stefan Schaufler, der erst Ende des vergangenen Jahres von der Bundessektion Zivilingenieure, Fachgruppe Vermessungswesen, für seine Diplomarbeit mit dem Forschungspreis der Kammer für Ziviltechniker ausgezeichnet wurde, in die Schweiz zur Firma Leica Geosystems. Das Unternehmen stellt Präzisionsmessinstrumente für die Geodäsie her. "Dort werde ich als ,Application Engineer' das GNSS-Gerät (Oberbegriff für Systeme wie GPS, Anm. d. Red.) für die Vermessung weiterentwickeln."

Bei Schauflers Diplomarbeit ging es übrigens um die zentimetergenaue Positionierung eines Hubschraubers während eines Fluges. "Ich habe versucht, Störungen anhand von Vibrationen, unter anderem wegen der Rotoren, zu entfernen, um damit die Positionsgenauigkeit zu verbessern."

Die Entscheidung, nach der HTL-Matura weiterzustudieren, fiel früh. Dabei war Stefan Schaufler allerdings sehr wichtig, dass er seinem großen Interesse – der Technik – weiter nachgehen und dass er mit seinem Studium auch seine Begeisterung für die Landschaft und die Umwelt vereinbaren kann.

Keine überfüllten Hörsäle

"Da bot sich das Studium Geodäsie und Geoinformatik an. Beeinflusst bei meiner Entscheidung haben mich auch die beiden etablierten Dienste Google Maps und das GPS-Navigationssystem. Diese Dienste und die dahinterliegende Technik interessierten mich brennend."

Bei Geodäsie und Geoinformatik handle es sich zudem um einen ziemlich kleinen Studiengang mit etwa 250 Studierenden. "Das macht das Studieren sehr angenehm, da es keine überfüllten Hörsäle gibt. Zugleich herrscht durch die geringe Anzahl der Studenten bei der Betreuung von den Professoren beinahe eine familiäre Atmosphäre."

Schwer sei ihm sein Studium nicht gefallen, denn: "Wenn man eines gefunden hat, das wirklich zu einem passt, dann studiert es sich fast wie von alleine." (ho)

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Artikel 22. Mai 2017 - 01:12 Uhr
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