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Im Dietmarpreis zeigt sich, welche Werte das Innviertel zu bieten hat

RIED. Festredner Klaus Fronius gab einen Ausblick über die Energieträger in der Zukunft.

Im Dietmarpreis zeigt sich, welche Werte das Innviertel zu bieten hat

Festredner Klaus Fronius (li.) mit Lions-Präsident Christian Kaiser und Moderator Roman Kloibhofer. Bild: jowa

Der Saal der Landesmusikschule Ried war am Dienstagabend bei der Dietmarpreis-Verleihung übervoll – ein deutliches Zeichen dafür, welchen Stellenwert diese von allen sechs Rieder Serviceclubs vergebene Auszeichnung hat. Alle zwei Jahre wird seit 1995 der Preis für besondere Leistungen im sozialen, wissenschaftlichen, ökologischen oder kulturellen Bereich vergeben. Seit 2015 wird auch ein Nachwuchspreis überreicht.

Der Rieder Lions-Club war diesmal mit der Ausrichtung betraut, Präsident Christian Kaiser wies auf die Fülle an Einreichungen für den Dietmarpreis 2017 hin und dankte allen Serviceclubs – Ladies Circle, Club Soroptimist Ried-Innviertel, Kiwanis, Round Table und Rotary Club – für die hervorragende Zusammenarbeit in der Ermittlung der Preisträger. Dadurch werde die wertvolle Idee, diese Leistungen zu würdigen, gebührend weitergetragen.

Sozial, ökologisch, kulturell

Der Preis in der allgemeinen Kategorie ging diesmal an den Freizeitclub Ried des Vereines "miteinander" für das Engagement, gemeinsame Freizeitgestaltungen für Menschen mit und ohne Behinderungen durchzuführen. Den Nachwuchspreis erhielt eine Schülergruppe der HTL Braunau für die Entwicklung eines Kühlsystems für die Partnerschule in Nicaragua.

Der Preis für das Lebenswerk ging an den Maler Prof. Hubert Fischlhammer (91).

Als Festredner zum Thema "Nachhaltigkeit" (so lautete das Generalthema beim Dietmarpreis) war Energie-Pionier Klaus Fronius aus Kirchdorf in Ried zu Gast. Er befasste sich mit der Frage, wie der Energiehunger der Menschheit bis ins Jahr 2150 ohne fossile Brennstoffe gestillt werden kann. Seine Vision: Ein Aufbau eines Wasserstoff-Kreislaufes, denn: "Der Energieträger der Zukunft ist Gas." Wobei Methangase und Wasserstoff und nicht fossiles Erdgas in Zukunft die tragende Rolle spielen müssten.

Hervorragend musikalisch gestaltet wurde der Festabend durch Schülerinnen und Schüler der Landesmusikschule Ried.

Ein Kühlgerät für Nicaragua

Ein Kühlgerät für Nicaragua

Energieeffizient und ressourcenschonend ein Kühlgerät betreiben – auf diese simple Aussage lässt sich das Projekt reduzieren, für das ein Team der HTL Braunau den Nachwuchs-Dietmarpreis erhalten hat.

Verena Wolfsöldner aus Franking, Cornelia Lobmaier aus Mehrnbach und Andreas Sigl aus Ostermiething haben für die Partnerschule der HTL in Nicaragua ein Kühlgerät entwickelt, das demnächst nach Mittelamerika verschifft und im Juli dort in Betrieb genommen wird.

„Seit drei Jahren arbeiten wir an einer nachhaltigen Kühllösung, nun liegt das Resultat vor“, sagte Laudatorin Gerda Schneeberger – eine Professorin der HTL Braunau, die das Team sehr gut kennt – mit dem Ausdruck der Anerkennung. Sie haben ein Kühlsystem weiterentwickelt, das mit zwei unterschiedlichen Luftströmen eine Kühl- und Trockenfunktion unterstützt. Dadurch kann das Klassenzimmer der Schule in Nicaragua gekühlt werden.
Verena Wolfsöldner und Cornelia Lobmaier sind für die technische Planung und Konzeption verantwortlich, Andreas Sigl für die Softwaresteuerung und Programmierung der Anlage.

Im Sommer werden Verena und Andreas nach Nicaragua reisen und dort die Funktion der Anlage überprüfen. Cornelia Lobmaier war bereits 2015 in der Partnerschule in Nicaragua zu Gast.

"Danke für die Menschlichkeit!"

„Dieser Preis ist ein Danke für die Menschlichkeit und das Engagement – wir sollten diesen Menschen Hochachtung entgegenbringen“ – so sagte Laudator Alfred Frauscher am Dienstagabend über die Preisträger in der allgemeinen Kategorie, den Freizeitclub Ried des Vereines Miteinander.

Der Rieder Club wurde vom Rieder Eduard Jungwirth vor einigen Jahren ins Leben gerufen, und ein Team engagierter Mitarbeiterinnen veranstaltet seitdem jeden zweiten Samstag gemeinsame Aktivitäten für behinderte Menschen – gemeinsam mit nichtbehinderten Menschen.

"Danke für die Menschlichkeit!"

 

„Was behinderte Menschen nicht brauchen, ist Unterschätzung und fehlende Wertschätzung“, mahnte Alfred Frauscher in seiner sehr emotionalen Laudatio ein, der die „großartige Idee, verbunden mit sehr viel Arbeit“ des Freizeitclubs würdigte. Er fragte: „Was sind Behinderte? Menschen, die die Normen nicht erfüllen? Wer bestimmt die Normen?“

Die Aktivitäten im Freizeitclub reichen von gemeinsamen Backabenden, Kegelpartien („Da gibt es manchmal abenteuerliche Schübe und Würfe...“), Wanderungen bis hin zu Ausflügen.

Über den Initiator Eduard Jungwirth sagte Alfred Frauscher: „Er ist der Gründer, der Vorantreiber, der Motivator – und manchmal auch einer, der die Behörden auch einmal gehörig in den Hintern tritt, wenn es notwendig ist!“

Auszeichnung für das Lebenswerk

Auszeichnung für das Lebenswerk

Er ist ein Meister der Linie, seine Bilder sind Form gewordene Ideen, und sie bestechen durch die eindrucksvolle Kombination von malerischen Elementen mit Fundstücken aus dem Alltag. Der Maler Hubert Fischlhammer (91) erhielt am Dienstag den Dietmarpreis für sein Lebenswerk. Leider konnte er den Preis nicht selbst entgegennehmen, ein Krankenhausaufenthalt hatte dies verhindert.

Hubert Fischlhammer lebt zwar mittlerweile in Wien, seiner Heimatstadt Ried ist er aber noch immer eng verbunden. Von der engen Verbindung zeugen auch die vielen Ausstellungen, die in Ried zu sehen waren. Auch mit 91 Jahren ist Hubert Fischlhammer unermüdlich, so arbeitet er derzeit an einer neuen Serie, die er als „nordisch“ und „dunkel“ bezeichnet – ein Ausdruck dafür, dass er sich auch mit dem Tod beschäftigt. Was Hubert Fischlhammer auszeichnet: Seine Bescheidenheit und sein Gespür für grafische und farbliche Gestaltung. Laudatorin Sieglinde Frohmann hob die Verbundenheit Fischlhammers mit Ried hervor, wo sie schon mehrere Ausstellungen mit Werken Fischlhammers ausrichten durfte. Der Stadt und dem Museum Innviertler Volkskundehaus hat der Maler viele seiner Werke übergeben.

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Artikel Roman Kloibhofer 26. April 2017 - 17:56 Uhr
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