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"Ich habe abseits meines Psychologie-Studiums dreimal so viel gelernt"

RIEDAU / WIEN. Der Riedauer Raphael Kolic veröffentlichte sein erstes Buch "Achtsame Selbsthypnose".

"Ich habe abseits meines Psychologie-Studiums dreimal so viel gelernt"

Der 25-jährige Riedauer Raphael Kolic veröffentlichte sein erstes Buch. Bild: (privat)

"Achtsame Selbsthypnose. Wie du behutsam deinen Weg findest" – unter diesem Titel ist das Erstlingswerk von Raphael Kolic seit letzter Woche nicht nur als E-Book, sondern auch als Hardcover bei Amazon zu finden. Geplant war diese Karriere jedoch nicht wirklich, erzählt der 25-jährige Riedauer, der die HAK in Schärding besuchte: "Während meiner Schulzeit stand eigentlich immer Wirtschaftsinformation im Raum, erst danach habe ich erkannt, dass das doch nicht meines ist."

Ausschlaggebend war für Kolic die Entscheidung, nach der Matura bzw. dem Zivildienst nicht sofort ins Studium zu starten, sondern sich noch eine Orientierungszeit zu erlauben: "Meiner Meinung nach sollte jeder nach der Matura noch einen Freiwilligendienst machen oder ins Ausland gehen. In meiner Zeit im Senegal und im Kloster konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die mir erst klargemacht haben, dass die Psychologie die Richtung ist, die mich erfüllt."

Studium ist nicht alles

Doch auch das Studium der Psychologie in Wien konnte den Wissensdurst des Nachwuchsautors nicht vollständig stillen: "Nach meinem Bachelor-Abschluss wollte ich es selbst in die Hand nehmen, was ich lerne und bin nach Heidelberg gegangen. Dort habe ich während eines achtmonatigen Praktikums in einem Weiterbildungszentrum für Psychotherapie mehr gelernt als in den drei Jahren meines Studiums." In dieser Zeit beschäftigte sich Kolic viel mit der Hypnotherapie, einer Therapieform, die es dem Klienten ermöglicht, auf versteckte Ressourcen zuzugreifen und in einen anderen Bewusstseinszustand zu gelangen. Seine Erfahrungen fasst er in seinem Buch zusammen.

Kolic weiß, dass Menschen mit dem Begriff Hypnose oft etwas Manipulatives assoziieren, hält dies aber für eine Fehleinschätzung: "Es ist belegt, dass man auch in der Hypnose nie etwas tun würde, was gegen seine Grundüberzeugungen und Werte spricht. Dass es bei Bühnenshows oftmals so wirkt, dass Menschen unter Hypnose alles tun würden, liegt einfach daran, dass die Hypnotiseure schauen, welche Menschen sich am einfachsten beeinflussen lassen. Dazu kommt, dass der Mensch einen gewissen Drang hat, konform zu handeln." Wie auch sein Blog "No Right, No Wrong" richtet sich Kolics Selbsthilfebuch an jeden, der sich für das Thema Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung interessiert – erste Vorkenntnisse von Vorteil.

Weder "Landei" noch Städter

"Ich will Menschen unterstützen, das zu leben, was ihnen wirklich wichtig ist. Dabei kombiniere ich allgemeine Grundsätze aus Therapie und Persönlichkeitsentwicklung mit Selbsthypnose – also einer wirksamen Methode aus der Hypnotherapie", erklärt der Innviertler. Für sein eigenes Leben strebt Raphael Kolic den Weg in die Selbstständigkeit an: "Neben dem Schreiben sehe ich mich in den Bereichen Coaching und Psychotherapie. Dazu werde ich noch weitere Ausbildungen benötigen, freue mich aber auf die Herausforderungen."

Seine künftige Arbeitsstätte sieht der Innviertler dabei weder in Riedau noch in Wien: "Nach meiner Zeit in Heidelberg habe ich festgestellt, dass ich weder der Großstadtmensch noch das totale Landei bin, irgendwas dazwischen wäre am schönsten." 

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Artikel (weidlinger) 28. Februar 2016 - 11:03 Uhr
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