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„Hitler-Haus mit KZ-Bild zuhängen“

BRAUNAU/WIEN. „Innviertler Nachrichten“-Bericht über die Miethöhe für das leerstehende Objekt in der Braunauer Vorstadt führt zu teils skurrilen Vorschlägen und heftigen Debatten im Internet.

Die vom Innenministerium weder bestätigte noch dementierte Miethöhe von 4700 Euro für das leerstehende HitlerHaus in Braunau hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst und auch viele Internet-User zu Postings veranlasst. Die „Innviertler Nachrichten“ bringen – wertfrei – einen Auszug davon. Der Meinungsreigen reicht von radikalen Ideen bis hin zu sachlichen Vorschlägen.

Eine der heftigsten Reaktionen löste der Kommentar von mausfanger aus: „Ich bin noch immer fürs Abreißen. Der Gedenkstein erfüllt seine Aufgabe bestens. Ich weiß natürlich schon, das mit dem Abreißen wird kaum passieren, aber richtig wär‘s trotzdem.“

Was orinoco nicht so sieht: „Dann musst du aber auch das Bundesrealgymnasium Fadingerstraße, das Wohnhaus in Leonding etc. abreißen. Denn Adolf Hitler hat bis zum vierten Lebensjahr in Braunau gelebt und war anschließend in Leonding und Linz.“

mausfanger präzisierte daraufhin seine Aussage: „Es geht um das immer wieder aufkommende Her-umgeeiere um das Haus. Wenn‘s weg wäre, wäre das vorbei. Meine Idee vom ganzflächigen Zuhängen der Fassade mit aussagekräftigen KZ-Bildern fände ich mittlerweile aber noch weitaus sinnvoller. Das Haus wäre dann irgendwie weg, zumindest nicht mehr sichtbar.“

däumelinchen äußerte sich ebenfalls, jedoch in eine völlig andere Richtung: „Ein Haus der Begegnung und Aufklärung täten gut. Man kann nichts mehr ungeschehen, aber in Zukunft besser machen.“ Der Poster sprach damit Andreas Maislinger, dem wissenschaftlichen Leiter der Braunauer Zeitgeschichtetage, aus der Seele, der ganz offen mit vollem Namen seine Sicht im Netz darlegte: „Bereits im Jahr 2000 hatte ich der Stadt Braunau auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Gerhard Skiba ein Konzept ,Haus der Verantwortung‘ vorgelegt. Oscar-Preisträger Branko Lustig hatte bei den 20. Braunauer Zeitgeschichtetagen zugesagt, das Projekt zu unterstützen. Nach dem Auszug der Lebenshilfe würde der Realisierung nichts mehr im Wege stehen.“

„Es wäre eine Kulturschande“, so Internet-User tabatha, „ein Renaissance-Haus, das noch dazu in einem Ensemble steht, wegen eines Schicklgrubers abzureißen. Gestaltet es einfach um, verwendet es sinnvoll, redet nicht dauernd davon, dass das das Geburtshaus von Adolf Hitler ist.“

„Mir wird schlecht, wenn ich Ihren Kommentar lese“, reagierte wieder Sulenta, was toast zu folgender Antwort animierte: „Können Sie das auch begründen? Sonst würde ich schnell zum Arzt gehen. So ein unkontrollierter Brechreiz ist sicher nicht normal.“

pilatus ging auf die Miethöhe von nahezu 5000 Euro ein: „Hier wird Steuergeld verpulvert, aber das wird der Innenministerin egal sein, es ist ja nicht ihr Geld.“

Der Betrag traf offenbar auch den Schmerznerv von mietzekatze – und nicht nur den, wie die sehr heftige Reaktion zeigt: „Weg mit dem Bau, dem Erdboden gleichmachen. Das sollte geschehen, bevor der Denkmalschutz erwacht. Das ,Verpulvern‘ von fast 5000 Euro ist eine Schande für die Stadt. In meinen Augen finden nur Geburtshäuser wie das von Mozart, Rosegger u. a. absolute Beachtung, aber nicht einer, der einen Krieg angezettelt und Millionen Tote zu verantworten hat.“

 

Gratwanderung

„Mir ist die Problematik natürlich bekannt. Es handelt sich um ein sehr sensibles Thema, wir befinden uns auf einer Gratwanderung.“ So reagierte Braunaus Bürgermeister Hannes Waidbacher auf die Frage, wie das Hitler-Haus künftig genutzt werden sollte. „Wir wollen nichts totschweigen. Unser Ziel ist es, eine tragbare Lösung zu finden. Es gibt schon interessante Ansätze.“

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Einfach zurückgeben · von stefan555 (1) · 12.09.2012 14:38 Uhr

Vielleicht könnte man ja das ganze Innviertel an Bayern zurückgeben, dann hätten die das Problem.

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Bereits 1992 über das Hitler-Haus · von maislinger (163) · 12.09.2012 09:19 Uhr

Bereits bei den 1. Braunauer Zeitgeschichte-Tagen 1992 wurde unter dem Titel "Unerwünschtes Erbe" über das Geburtshaus von Adolf Hitler diskutiert und bereits vor 20 Jahren waren sich Experten weltweit nach der ersten heftigen emotionalen Forderung "Abreißen!" einig, dass man etwas Neues schaffen sollte. Also kein weiteres Zeitgeschichte-Museum und keine weitere NS-Gedenkstätte.
Das Haus der Verantwortung wäre auch kein Museum und keine Gedenkstätte, sondern ein Treffpunkt für (vor allem junge) Menschen aus der ganzen Welt. Auf den drei Ebenen würden sie Verantwortung in verschiedenster Form für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dokumentieren, aber auch entsprechend weltweit agieren.

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3
aber sicher nicht... · von rayvaughn (9) · 12.09.2012 15:31 Uhr

mit unserem Steuergeld, damit sich ein Hr. Maislinger ein Denkmal setzen kann! Soweit kommt's noch!!!!

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Artikel 12. September 2012 - 00:04 Uhr
ho
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Bild: Volker Weihbold

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