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Frauenhäuser: Auch Braunau ist im Gespräch

BRAUNAU. 2021 soll bereits das erste neue Frauenhaus in Oberösterreich errichtet werden. Renate Mann vom Verein Frauenhaus Braunau zeigt sich optimistisch. Die zukünftigen Standorte sind aber noch nicht fixiert.

Frauenhäuser: Auch Braunau ist im Gespräch

Zwei von drei Übergriffen auf Frauen geschehen nicht im öffentlichen Raum, sondern im privaten Umfeld. Bild: lev dolgachov

Renate Mann schöpft im Kampf um ein Frauenhaus für Braunau neue Hoffnungen. Über zehn Jahre engagiert sie sich mit ihrem Verein bereits für das Projekt. Nun wurde ein wichtiger Schritt gesetzt: Landesrätin Birgit Gerstorfer (SP) brachte einen Dringlichkeitsantrag im Landtag ein, demzufolge sollen drei neue Frauenhäuser in Oberösterreich gebaut werden. Das erste Bauprojekt sieht die Landesrätin bereits für 2021 vor. Die Standortfrage ist noch nicht geklärt. Aber: "Braunau ist im Gespräch. Renate Mann steht schon so lange hinter dem Projekt. Und ein Bedarf in der Region ist durchaus gegeben. In der engeren Auswahl stehen aber auch das Mühlviertel und Salzkammergut. Die konkreten Standorte werden erst nach Beschluss des Antrags weiterdiskutiert. Dabei soll vor allem die derzeitige Versorgungslage eine Rolle spielen", heißt es von Johannes Halak, Büroleiter von Landesrätin Gerstorfer, auf OÖN-Anfrage. Mann zeigt sich optimistisch: "Das ist ein gutes Zeichen, so weit waren wir noch nie. Nun heißt es abwarten, zu einer Entscheidung wird es vermutlich erst nächstes Jahr kommen."

Mehr Übergangswohnungen

Grund von Gerstorfers Antrag: Der Ausbau der Gewaltschutzeinrichtungen ist im Programm der "Frauen.leben – Frauenstrategie für Oberösterreich 2030" festgelegt. Damit das Bekenntnis zu einem Ausbau nicht bloß Bekenntnis bleibt, soll in einem "Frauenhausprogramm" eine konkrete Umsetzungsstrategie samt Zeitplan festgelegt werden. Die Investitionskosten schätzt man auf 1,5 Millionen Euro, die laufenden Kosten, wie Personal- und Sachausgaben, auf rund 370.000 Euro pro Jahr.

"Mit fünf Frauenhäusern ist Oberösterreich unterversorgt. Es wird auch der Ausbau der Übergangswohnungen anvisiert", sagt Halak. Linz, Wels, Steyr, Vöcklabruck und Ried verfügen jeweils über ein Frauenhaus. Künftig soll es in jedem Bezirk – und nicht nur wie derzeit an fünf Standorten – mindestens eine Frauenübergangswohnung geben. Je zwei Frauen und deren Kinder sollen dort bei Bedarf Unterschlupf finden. 9000 Euro pro Jahr würde die Umsetzung kosten.

Die Notwendigkeit des Ausbaus von Gewaltschutzeinrichtungen sieht Gerstorfer darin: "Innerhalb von nur fünf Jahren sind die Betretungsverbote um 49 Prozent auf 1293 Fälle gestiegen. Österreichweit konnten allein in den bestehenden Frauenhäusern über 336 Frauen aufgrund von Platzmangel nicht aufgenommen werden."

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins "Frauenhaus Braunau" wurde der Vorstand neu gewählt, wie bereits berichtet. Renate Mann bleibt dem Verein als Obfrau erhalten. An ihrer Seite: Gabriele Knauseder als Stellvertreterin. "Wir setzen uns vehement für das Projekt Frauenhaus ein. Denn wenn häusliche Gewalt den Alltag bestimmt, sind rasche Hilfe und ein schützendes Dach über dem Kopf notwendig", sagt Gabriele Knauseder. Der Verein finanziert sich vor allem durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

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Artikel Lisa Penz 17. Mai 2018 - 08:04 Uhr
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