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Flüchtlinge: Keine Entspannung, Helfer gesucht

MINING, ERING. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab, Einsatzorganisationen sind im Dauereinsatz – Ohne Freiwillige ginge es nicht.

Flüchtlinge: Keine Entspannung, Helfer gesucht

Tägliches Bild an der Grenze in Frauenstein: Flüchtlinge werden von den Bundespolizisten empfangen. Bild:

Es ist ein alltägliches Bild geworden, das sich den Miningern und den Braunauern bietet: Hunderte Flüchtlinge passieren den Stadtplatz bzw. Frauenstein, um über die Grenze nach Bayern zu gelangen. Zuvor werden sie aber noch verköstigt, in Mühlheim in der Stockschützenhalle, in Braunau im alten Poly.

Hilfe, die vor allem den Einsatzorganisationen wie dem Roten Kreuz, der Polizei und den vielen Freiwilligen einiges abverlangt. Beide Rot-Kreuz-Bezirksorganisationen suchen dringend Freiwillige, die in den Notquartieren mithelfen. "Für jegliche Tag-, Nacht-, oder Wochenenddienste wird noch Personal gesucht! Dringend werden auch Dolmetscher für Arabisch, Persisch und Farsi auf Deutsch gesucht", heißt es aus der Rieder Dienststelle. Auch in Braunau werden Freiwillige gesucht, die mithelfen wollen. (Infos und Anmeldung für Mühlheim unter 07752/81844-21, für Braunau unter 07722/62264). Der offizielle Auftrag des Roten Kreuzes in Mühlheim endet Ende Oktober, wie es danach weiter geht, steht noch nicht fest. In Braunau wird, wie berichtet, geprüft, ob sich die außenstehenden Sanitäranlagen winterfest machen lassen können.

Bis auf weiteres aber geht die große Wanderung und die Verpflegung im Innviertel weiter. "Das ist eine große humanitäre Leistung unseres Friedensbezirkes", lobt Bezirkshauptmann Georg Wojak, der vor allem dem Roten Kreuz, den Ärzten des Braunauer Krankenhauses und der Zivilbevölkerung für ihre Hilfe dankt.

Eringern droht, Luft auszugehen

Während in den Quartieren im Innviertel fast nur ein Kommen und Gehen verzeichnet wird, bleiben die Flüchtlinge nach dem Grenzübertritt in Deutschland. Allein am Wochenende überquerten 700 Flüchtlinge die Innstaustufe von Frauenstein in Richtung Ering. In der ersten Woche der Flüchtlingswelle wurden die Schutzbedürftigen im Schwimmbad und im Theaterstadl untergebracht. Mittlerweile wurden neben dem Freibad auf einer Freifläche zwei Zelte aufgebaut, in denen die Schutzsuchenden Unterschlupf finden, auch ein Zelt der Bundeswehr. Nach wie vor ist die Stimmung unter den Ehrenamtlichen gut, allerdings hat der wochenlange Einsatz auch seine Spuren hinterlassen, so BRK-Kreisgeschäftsführer Herbert Wiedemann. Mittlerweile befinden sich die Helfer in der fünften Einsatzwoche. Zur Seite steht den Hilfskräften ein Zugführer, der die Koordination mit der Bundespolizei, Bundeswehr und anderen Dienststellen übernimmt.

Nur den straffen Einsatzplänen und der großen Bereitschaft der Freiwilligen ist es zu verdanken, dass der Ablauf ohne Probleme funktioniert. Wiedemann gibt klar zu bedenken, dass die Kräfte erschöpft sind und die Einsätze auch ein Ende haben müssen: "Es kann nicht Aufgabe der Organisation und Freiwilligen sein, die Versorgung über Monate, vielleicht sogar über Jahre hinweg auf Basis der Freiwilligkeit aufrechtzuerhalten."

Unmut: weggeworfene Spenden

Indes wächst der Unmut der Bevölkerung über weggeworfene Spenden auf den Fluchtrouten, vor allem in Frauenstein. Darunter seien auch neuwertige Kleider und neue Decken. "Bald habe ich dafür einfach kein Verständnis mehr", berichtet eine Miningerin, die selbst zahlreich gespendet hat.

Neue „fixe“ Asylquartiere, Suche geht aber weiter

350 Flüchtlinge sind derzeit fix im Bezirk Braunau untergebracht. Weitere werden es werden, damit die 1,5-Prozent-Quote erfüllt werden kann. „Aufgrund der Größe unseres Bezirks fehlen uns noch sehr viele Plätze“, gibt Bezirkshauptmann Georg Wojak zu bedenken. Damit das beschlossene Durchgriffsrecht nicht zum Einsatz kommt, laufen in vielen Gemeinden Verhandlungen. „Jetzt haben die Bürgermeister noch die Chance mitzubestimmen, wenn sie uns Quartiere melden“, so Wojak.

Er betont, dass sich viele Ortschefs bereits konstruktiv einbringen. In Hochburg-Ach und Uttendorf werden konkrete Unterbringungsangebote geprüft, aber auch aus Altheim, Mattighofen und St. Peter kämen gute Signale.

Zwei neue Quartiere stehen schon fest: In Moosbach wohnen bald Flüchtlinge im Pfarrsaal, auch ins Hotel André ziehen wieder Flüchtlinge ein. In der Stadt sind auch schon Asylwerber im Kapuzinerkloster, bei Privatpersonen und in Wohnungen untergebracht.

Auch die Munderfinger beschäftigen sich mit dem Thema: Hier hat sich die Arbeitsgemeinschaft „Munderfing.hilft“ gegründet, die sich mit der Thematik „Flüchtlinge in Munderfing“ beschäftigt.
Geeignete Quartiermeldungen nimmt die Bezirkshauptmannschaft – zu Handen Eva Gaisbauer oder die Sozialabteilung des Landes entgegen.

Asylwerber laden ein

Unter dem Motto „Miteinander, Du + Ich = Wir“ laden die Asylwerber aus Syrien, Georgien, dem Kosovo und dem Irak, die in Maria Schmolln untergebracht sind, zu einem Fest der Begegnung ein. Kurz nach dem Eintreffen der Flüchtlinge fanden sich viele Helfer, die sie unterstützten. Als Dank für die erwiesene Gastfreundschaft laden die Asylwerber am Sonntag, 18. Oktober, im Anschluss an die Messe zum Weltmissions-Sonntag zu einem Kennenlernen in den Bachleitner-Stadtl ein. Dabei wollen sie die Bevölkerung mit Köstlichkeiten aus ihrer Heimat verwöhnen. Einige Asylwerber werden sich auch in deutscher Sprache vorstellen. Denn Deutschunterricht, Kennenlernen des Ortes und der Umgebung, gemeinsames Kochen, Kegelabende und so weiter standen Dank der großen Hilfsbereitschaft auf dem Programm für die Asylwerber.

 

 

 

 

 

 

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Artikel Magdalena Lagetar und Walter Geiring 15. Oktober 2015 - 00:04 Uhr
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