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Fluchtdrama: Junges Geschwister-Trio aus Afghanistan von Mutter getrennt

BRAUNAU. BH Braunau führte Familie wieder zusammen – Mädchen hatten Erfrierungen an Zehen.

Fluchtdrama: Junges Geschwister-Trio aus Afghanistan von Mutter getrennt

Aufnahme vom November: Im Transitzelt in Braunau-Ranshofen ankommende Flüchtlinge werden mittels Shuttlebussen nach Passau gebracht Bild: OÖN

Für drei aus Afghanistan geflüchtete Mädchen ist trotz aller Strapazen die Welt wieder einigermaßen im Lot. Die Geschwister im Alter zwischen zehn und 15 Jahren waren Helfern aufgefallen, weil sie sich ohne Begleitung eines Erwachsenen im Braunauer Transitzelt an der neuen Innbrücke aufhielten und ziemlich hilflos wirkten.

Da unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Zuständigkeitsbereich der Bezirkshauptmannschaft fallen, setzte Rufbereitschaftsjuristin Eva Gotthalmseder umgehend alle erforderlichen Maßnahmen. Bei der Betreuung der drei Mädchen wurde festgestellt, dass sie sich auf ihrer strapaziösen Flucht Erfrierungen an den Zehen zugezogen hatten. Das Geschwister-Trio kam zur stationären Behandlung ins St.-Josef-Krankenhaus in Braunau, wo es sich rasch wieder erholte.

Mutter ausgeforscht

Zwischenzeitlich hatte die Polizei ermittelt, dass die Mädchen vor etwa acht Monaten während der Strapazen der Flucht von ihrer Mutter getrennt worden waren. Nach umfangreichen Erhebungen entdeckten Ermittler den aktuellen Aufenthaltsort der Frau. Die Mutter der drei Kinder befand sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Niederösterreich.

Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Braunau führten daraufhin in Zusammenarbeit mit der zuständigen niederösterreichischen Behörde die Familie wieder zusammen.

"Unsere Kinder- und Jugendhilfe und die Polizei haben in diesem Fall Großes geleistet. Schicksale wie diese gehen unter die Haut, umso mehr freuen wir uns über solche Erfolge", so Braunaus Bezirkshauptmann Georg Wojak. Derzeit werden von den Braunauer Sozialarbeitern 45 Flüchtlingskinder und -jugendliche betreut.

"Wobei wir überdies mehr als 60 Kinder und Jugendliche aus österreichischen Familien in stationären Einrichtungen betreuen und bei derzeit 368 Kindern und Jugendlichen unterstützende Erziehungsleistungen erbringen", schildert Johann Gruber, der stellvertretende Bezirkshauptmann von Braunau und zuständige Sozialabteilungsleiter, das wahre Ausmaß der Aufgabenfülle im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. 

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Artikel (ho) 12. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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