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Ein Beruf mit Tradition und Zukunft: "Tischler ist ein wunderschöner Beruf"

MATTIGHOFEN / MARIA SCHMOLLN. Lehrlingsmesse Mattighofen: Über Tischlerlehre und neue Berufsbilder informieren.

Ein Beruf mit Tradition und Zukunft: "Tischler ist ein wunderschöner Beruf"

Alois Winkler mit seinem Lehrling Ralf Brückl Bild: mahu

Tischler ist ein Handwerksberuf mit Tradition – auch mit Zukunft? "Mit sehr großer", ist sich Alois Winkler, Tischlermeister in Maria Schmolln, sicher. Von wegen Industrie 4.0 – auch das Handwerk sei fit für die digitale Welt.

"Der Tischlerberuf hat den gleichen Wandel gemacht, wie alle anderen Lehrberufe auch", sagt Winkler. In vielen Betrieben kommen computer-unterstützte Maschinen zum Einsatz. Damit der Beruf zu den modernen Werkstätten passt, wurde das Berufsbild überholt: "Wir bieten seit mittlerweile 15 Jahren den Lehrberuf des Tischlereitechnikers an – einerseits für die Produktion, andererseits für die Planung", sagt Winkler. Die ersten zwei Lehrjahre unterscheiden sich nicht von der herkömmlichen Tischlerlehre, danach muss sich der Lehrling entscheiden, ob er diese Zusatzausbildung macht. Die Lehrzeit verlängert sich dann um ein viertes Jahr. Der Tischlereitechniker in der Produktion kommt einem Werkstattleiter gleich. "Er muss Material beschaffen können, wissen, welches Material er wofür verwenden darf, mit welcher Maschine er es bearbeiten kann, Computerprogramme erstellen, programmieren und den gesamten Produktionsablauf im Griff haben", sagt Winkler, der Vorstandsmitglied der Tischlerinnung ist. Der Tischlereitechniker in der Planung ist sozusagen der Innenarchitekt. Er bringt die Kundenwünsche, die immer anspruchsvoller werden, zu Papier. "Das ist ein schöner Beruf, vor allem auch für Frauen. Leute mit dieser Ausbildung sind beliebt bei Innenarchitekten oder weiterführenden Designberufen und -studien, weil sie handwerklich ausgebildet sind und ein gutes Wissen über die Materialien haben", sagt der Schmollner. Noch unbekannt ist das "Matura-Plus-Projekt": Ein Projekt für Maturanten, die in zwei Jahren zum Tischlermeister ausgebildet werden.

Lehre wieder anerkannt

Das Ausbildungsangebot ist gut, die Nachfrage – wie überall – gering. Derzeit werden im Bezirk zwischen 45 bis 50 Lehrlinge ausgebildet. Es könnten mehr sein, denn die meisten Tischler sind auf Lehrlingssuche. Auch Winkler. "Ich habe derzeit einen Lehrling. Ich würde mehr aufnehmen, mangels Bewerber ist das allerdings nicht möglich."

Die Lehrlingsmessen sind Pflichttermine für die Tischlerinnung. "Ich muss hier eine Lanze für die Messe brechen, denn sie hilft. Wir stellen fest, dass der Trend wieder Richtung Lehrlingsausbildung geht. Erst bei der letzten Messe in Braunau habe ich einige interessante Gespräche mit Eltern und Jugendlichen geführt, die sich bewusst für eine Lehre entscheiden, obwohl sie andere Möglichkeiten hätten", so der 49-Jährige, der sich mit 28 Jahren selbstständig gemacht hat – und noch heute vom Tischlerberuf schwärmt: "Das wunderbar Schöne an unserem Beruf ist, dass wir jeden Tag etwas Neues machen und sehen, was Schönes entstanden ist. Das Glücksgefühl, wenn zum Beispiel die Küche schön geworden ist und sich die Kundschaft freut, gibt eine innere Zufriedenheit." Mit Klischees, wie altbackenem Beruf und geringem Verdienst räumt er auf: der Tischlereitechniker sei verdienstmäßig unter den Top-10 aller Lehrberufe.

Lehrlingsmesse: Berufe werden erlebbar

Lehrlingsmesse: Berufe werden erlebbar

Vom Autohaus bis zum Möbelwerk – bei der Lehrlingsmesse in Mattighofen am Freitag und Samstag, 17. und 18. November, in der Sepp-Öller-Sporthalle werden Berufe wieder erlebbar. Rund 35 Unternehmen präsentieren sich und ihre verschiedenen Lehrberufe.

Jugendliche haben dort die Möglichkeit, sich ein realitätsnahes Bild von den Tätigkeiten zu machen, wichtige Kontakte zu knüpfen und manchmal gleich das eigene Talent zu erproben. Die Betriebe zeigen ihre Produkte und stellen sich mit Ausbildern und Lehrlingen den Fragen der jungen Menschen, die sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen.

Zielgruppe sind Eltern mit ihren Kindern: „Das Beste, was Eltern für ihre Jugendlichen tun können ist, sie auf dem Weg in die Arbeitswelt zu begleiten. Der Besuch der Lehrlingsmesse ist ein richtiger Schritt auf diesem Weg“, sagt Klemens Steidl, Obmann der Wirtschaftskammer.

Lehrlingsmesse Mattighofen: Freitag, 17., bis Samstag, 18. November, in der Sepp-Öller-Sporthalle in Mattighofen. Öffnungszeiten: Freitag 13 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr.

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Artikel Marina Mayrböck 09. November 2017 - 06:04 Uhr
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