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Deutsch können war für Nancy der Schlüssel zu Erfolg

BURGKIRCHEN. Auswanderin: Der alten Liebe wegen verließ Nancy Sahlmann ihre Heimat Paraguay.

Deutsch können war für Nancy der Schlüssel zu Erfolg

Nancy Sahlmann bei der Arbeit in ihrem eigenen Studio Bild: privat

Ihren Traum wollte sie verwirklichen, als sie damals mit ihrem Freund Paraguay, ein Land in Südamerika, im Dreiländereck zwischen Bolivien, Argentinien und Brasilien, verließ, um in Salzburg Germanistik zu studieren. Es kam alles anders – kein Studium, keine Möglichkeit die deutsche Sprache gut zu lernen. Von nun an hieß es die Ärmel hochkrempeln. Dann bekam sie in Mauerkirchen einen Arbeitsplatz und fand dadurch gute Freunde, die ihr halfen, ihr Leben neu zu ordnen. Sie wusste von Anfang an, Deutsch zu beherrschen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Ausbildung, Hausbau und Kind

Ihren Traum, ein eigenes Kosmetikstudio zu führen, verfolgte sie beharrlich. Erst einen Ausbildungsplatz zu finden, dann noch alle bürokratischen Hürden zu überwinden, an Schwierigkeiten mangelte es Nancy Sahlmann dabei nicht. Ihren Lehrabschluss für Fußpflege und Kosmetik machte sie mit Auszeichnung. Dann absolvierte sie die beiden Meisterprüfungen. Das fand alles gleichzeitig mit Hausbau und Kind statt. "Stress pur", erinnerte sich die Kosmetikerin. Es folgte noch die Visagistenausbildung in Berlin und dann sollte, abgesehen von einigen bürokratischen Hürden, ihrer Selbständigkeit nichts mehr im Weg stehen.

"Manchmal war das einfach zum Durchdrehen, aber wenn man etwas will, muss man mit auftauchenden Problemen rechnen. Ich habe trotzdem sehr, sehr viel Glück gehabt. Mein Ehemann, die vielen Nachbarn und Freunde, alle haben mich unterstützt und mir geholfen, wenn ich mal nicht mehr weiter wusste. Ich kann sagen, dass ich in Geretsdorf angekommen bin und eine neue Heimat gefunden habe. Ich bin sehr glücklich hier, aber das Thermometer soll öfter über 40 Grad Plus anzeigen", sagt die junge Frau, die aus einem Dorf in Paraguay stammt, wo andere Temperaturen herrschen und die sie auch ein wenig vermisst. Familie und Job unter einen Hut zu bekommen, erst während der Ausbildung, dann mit ihrer eigenen Firma, das war und ist für die Jungunternehmerin eine große Herausforderung. "Meine große Stütze ist mein Ehemann, ihm verdanke ich sehr viel." Der gemeinsame Sohn Elias besucht zurzeit die Volksschule Burgkirchen.

Ihr Kosmetiksalon befindet sich gleich neben dem Wohnhaus, das mache die Sache Beruf und Familie einfacher, sagt Nancy Sahlmann. In ihrem Betrieb bietet sie ein breitgefächertes Behandlungsangebot mit Pflege und Verwöhnen von Kopf bis Fuß. Gutes Aussehen liegt heute im Trend und so zeigt sich die Jungunternehmerin mit der Entwicklung ihres Betriebes sehr zufrieden. Als "Ein-Frau-Betrieb" startete sie im November 2014. Seit August 2017 bildet sie einen Lehrling aus und seit September dieses Jahres wird sie von einer weiteren Fachkraft unterstützt. Sie fühlt sich schon ganz als Innviertlerin und ist der Meinung, dass es sehr wichtig sei, die Landessprache zu beherrschen und sich zu integrieren.

Schnitzel und Vereinsleben

Am Vereinsleben von Burgkirchen nimmt sie, so oft es ihre Freizeit erlaubt, teil. Am liebsten isst sie ein Wiener Schnitzel beim Kirchenwirt, da trifft sie auch gerne Freunde. An das habe sie sich schnell gewöhnt, aber das kalte Wetter mag sie als Südländerin gar nicht. Für ihre Familie koche sie vorwiegend österreichisch mit paraguayanischer Schärfe zum "Drüberstreuen". Die Erfahrungen mit den Österreichern seien durchwegs sehr positiv. "Ich hatte Glück und bin vielen hilfsbereiten Menschen begegnet. Dafür bin ich dankbar – sehr sogar", meinte die Geretsdorferin. Wenn möglich, besucht sie einmal jährlich ihre Familie in Paraguay und taucht dann wieder kurz in ihr altes Leben ein.

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Artikel Brigitte Plasser 12. November 2017 - 07:04 Uhr
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