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"Der Grad an Verrücktheit steigt beim Film langsam"

SCHÄRDING. Max Hammel setzt als Regisseur seine Heimat in Szene – Diesmal verlangte er seinen Schauspielern bei den Dreharbeiten viel ab.

"Der Grad an Verrücktheit steigt beim Film langsam"

"Ich habe meine Schauspieler wirklich gefoltert. Ich habe sie vor der Kamera kämpfen und weinen lassen." - Max Hammel, Regisseur Bild:

Fünf Tage lang setzte der Innviertler Regisseur Max Hammel Ortsteile des Bezirkes Schärding wieder einmal bei einem größeren Filmdreh in Szene. Es handelt sich dabei um eine französisch/österreichische Koproduktion mit zwei Darstellern aus Marseille und einem Schauspieler, der sogar aus Japan angereist ist. Worum sich der Film dreht und was den Akteuren aus dem Ausland am besten im Innviertel gefallen hat, verrät Regisseur Max Hammel im Interview.

 

Schärdinger Volkszeitung: Wie ist es gelaufen bzw. war das Wetter ein Problem?

Hammel: Es ist eigentlich erstaunlich gut gelaufen. Wir hatten Glück im Unglück, weil Schärding selbst gar nicht so stark von den Unwettern getroffen wurde. Manchmal haben wir die Dreharbeiten zwar für ein paar Stunden anhalten müssen, aber dann trotzdem alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Ich hatte schon Angst, dass ich die Darsteller ohne Filmdreh zurückschicken muss. Wir wollten den Film eigentlich schon im September letzten Jahres drehen und noch ein zweites Mal verschieben, war für mich nicht wirklich eine zufriedenstellende Option.

Wo habt Ihr überall gedreht und warum genau an diesen Locations?

Der ganze Film spielt bei Nacht um einen Teich herum. Wir wollten das Ganze eigentlich beim Naturbad in Suben drehen. Da wir dort aber im Falle des Falles komplett ungeschützt von Wind und Wetter gewesen wären, habe ich mich dazu entschieden, den gesamten Dreh in den Garten meiner Eltern zu verschieben. Da konnte sich das Team zwischendurch im Haus aufwärmen und es gab eine überdachte Terrasse für die Hauptszene des Filmes.

"Der Grad an Verrücktheit steigt beim Film langsam"

Die junge Filmcrew bei einer konstruktiven Pause im Garten.

Was hat den Darstellern aus dem Ausland besonders im Innviertel gefallen und hat es was gegeben, was sie vorher noch gar nicht gekannt haben?

Sie waren eigentlich alle von der österreichischen Küche und den lokalen Bieren begeistert. Das politische Klima war überraschend neu für sie. Beide Hauptdarsteller haben ein eher südländisches Aussehen und sich daher in Österreich nicht super sicher gefühlt. Die Fremdenfeindlichkeit, die momentan in unserem Land vorherrscht, hat es in letzter Zeit des öfteren in internationale Medien geschafft und so haben sich die beiden Franzosen zum Beispiel nicht sehr wohl gefühlt, wenn sie alleine durch Suben spaziert sind, weil sie nicht wussten, wie man auf sie reagieren wird. Frankreich ist uns in dieser Hinsicht durchaus Meilen weit voraus.

"Der Grad an Verrücktheit steigt beim Film langsam"

Zwei Darsteller aus Frankreich und ein Schauspieler, der extra aus Japan angereist ist, wirken in Hammels Film mit.

Wann und wo kann man den Film sehen und worüber dreht sich dieser?

Der Film sollte Dezember diesen Jahres fertig sein. Wir werden ihn vorerst bei Festivals einreichen und dann Ende 2017 ins Internet stellen. Ich würde gerne ein Open- Air-Screening in Schärding machen, wenn sich das irgendwie mit der Stadt vereinbaren lässt. Vielleicht kann ich mich sogar mit ein paar anderen Filmemachern aus Schärding zusammentun. Da gibt es nämlich nicht wenige. Im Film geht es grob gesagt um zwei Franzosen, die in Schärding Urlaub machen und dabei in einen heftigen Streit geraten. Das ganze driftet dann ziemlich ins Absurde ab. Es ist schwer, das knackig in zwei Sätzen zusammenzufassen. Mein großes Vorbild dafür waren die Filme von Anders Thomas Jensen. Die beginnen immer mit komplett alltäglichen Ausgangssituationen und werden dann Stück für Stück immer verrückter. Als Zuseher bemerkt man dann immer erst am Ende, wie verrückt der Film eigentlich war, weil der Grad an Verrücktheit so langsam steigt.

"Der Grad an Verrücktheit steigt beim Film langsam"

Begehung des Drehortes in Suben.

Ist es schwierig, eine Drehgenehmigung für einen Film in Schärding zu bekommen?

Ganz und gar nicht! Deshalb komm ich immer so gern hierher. Alle helfen mit, keiner ist gestresst. Große Hilfe bekomme ich immer vom Lieblhof in Rossbach. Die sind super. Der Schmid (Familie Götzendorfer) hat auch schon einiges zu meinen Filmen beigetragen. Solche Menschen machen so ein Projekt überhaupt erst möglich.

Was war Ihr persönliches Highlight beim viertägigen Filmdreh im Innviertel?

Ich habe meine Schauspieler wirklich gefoltert. Ich habe sie vor der Kamera kämpfen und weinen lassen. Einer wurde an den Füßen über den Boden geschleift, ein anderer musste in einer eiskalten Nacht mehrere Male in unseren Teich springen. Als Revanche haben sie mich am letzten Drehtag samt meiner Kleidung in den Teich geworfen. Ich bin zwar davon krank geworden, erinnere mich aber trotzdem mit einem Lächeln an diesen Moment.

"Der Grad an Verrücktheit steigt beim Film langsam"

Das gesamte Team packt bei Umbauarbeiten mit an.

 

Nähere Informationen zu Max Hammel und seinen Filmen sind auf seiner Homepage www.infamous.at abrufbar.

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Artikel Bianka Eichinger 19. Juni 2016 - 12:59 Uhr
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