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Blackout – Wenn der Strom ausgeht: Sankt Aegidi rüstet sich für Katastrophe

SANKT AEGIDI. Notfallgipfel der "Wenn es dunkel wird"-Initiative in St. Aegidi: Zusammenbrechende Mobilnetze als größtes Problem – Bürgermeister nimmt "hohe Politik" in die Pflicht.

Blackout – Wenn der Strom ausgeht: Sankt Aegidi rüstet sich für Katastrophe

FF-Bezirkskommandant Alfred Deschberger, Bgm. Eduard Paminger, BH Rudi Greiner, Schärdings Polizeichef Andreas Osterkorn, Florian Kurz vom Roten Kreuz Bild: (pri.)

Die katastrophalen Auswirkungen eines Stromausfalles schildert Marc Elsberg in seinem Buch "Blackout" auf 800 fesselnden Seiten. Mord, Totschlag, Plünderungen und zum Himmel stinkende Situationen wegen nicht mehr funktionierender Kanalisationen breiten sich über Europa nach nur wenigen stromlosen Tagen aus. Das Mobilfunknetz und Internet fallen völlig überlastet aus. Ärzte setzen schwerkranken Patienten Todesspritzen, weil sie stromlos nicht operieren können und die Medikamente aus sind. So weit der Bestseller.

Ein "Blackout" in viel kleinerem Rahmen stand vor kurzem im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung von Gemeinde, Einsatzorganisationen und Zivilschutzverband in St. Aegidi. Ob der Buch-Bestseller Auslöser zu diesem Handeln war, steht nicht fest. Parallelen haben sich aber zwangsweise jede Menge ergeben. "Welche Notfälle könnten eine Gemeinde wie St. Aegidi heimsuchen? Diese Frage stellt man sich als Bürgermeister immer wieder einmal. Als unsere Gemeinde nun von den Behörden aufgefordert wurde, einen Krisenstab einzurichten, haben wir mit Zivilschutz und Feuerwehr beschlossen, konkret initiativ zu werden", verrät Eduard Paminger den Grund für die Aegidinger "Blackout – Wenn es dunkel wird"-Initiative.

Weil es St. Aegidi genau so treffen könnte wie wenige Wochen zuvor die Innviertler Kommune St. Johann, wo ein Sturm binnen Sekunden eine Katastrophe auslöste. Der anschließende Stromausfall in Nachbargemeinden bis in den nächsten Tag hinein, sorgte für Aufregung bei Betroffenen. "Nun stelle man sich vor, der Strom sei nicht nur ein paar Stunden, sondern ein paar Tage weg", sagt Paminger.

Größtes Problem: Kommunikation

Fragen wie Wasser-, Lebensmittel- und Energieversorgung müssten umgehend beantwortet werden. "Das größte Problem wäre die Kommunikation, ohne die heute das tägliche Leben nicht mehr funktioniert." Eines der wichtigsten Ergebnisse des Aegidinger Notfallgipfels war deshalb die Forderung an die "hohe Politik", so VP-Bürgermeister Paminger, alle Handy-Netzbetreiber anzuhalten, für solche Notfälle vorzusorgen. "Daran hängt ein Großteil des öffentlichen Lebens, auch und vor allem im Notfall", sagt Paminger. Schnell wurde bei der Info-Veranstaltung in St. Aegidi erkannt, dass ein dreitägiger Stromausfall in den drei Innviertler Bezirken riesige Probleme aufwerfen würde. "Ich kann hier zwar nicht für andere Bürgermeister reden, aber es ist Zeit, sich über solche Blackouts konkret den Kopf zu zerbrechen. Wir in St. Aegidi sind aber einigermaßen gerüstet. Wir verfügen über rund zwanzig Notstromaggregate, die von Traktoren betrieben werden können", so Paminger. Für diese Traktoren stünden 50.000 bis 100.000 Liter Spritreserven zur Verfügung. "Damit kommen wir schon ein paar Tage aus." In der neuen Turnhalle der Neuen Mittelschule könnten im Ernstfall gut 100 Personen untergebracht werden.

"Uns allen von den Einsatzorganisationen und der Gemeinde ist aber klar, dass uns ein echtes ‚Blackout‘ vor immer neue Probleme stellen würde. Für das eine oder andere Problem aber sind wir gerüstet", ist das Fazit von Bürgermeister Eduard Paminger zu dem in seiner Gemeinde abgehaltenen "Notfallgipfel". 

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Artikel (burgstaller) 15. Oktober 2017 - 13:04 Uhr
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