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Beunruhigung über neuen Verein: "Wir haben nichts mit Extremismus zu tun!"

LENGAU. Gerüchte um Ansiedelung der radikalen Islam-Vereinigung "Graue Wölfe" in Friedburg.

Beunruhigung über neuen Verein: "Wir haben nichts mit Extremismus zu tun!"

Mit einem zweitägigen Fest und mit vielen geschwenkten Fahnen wurde das neue Vereinshaus in Friedburg eröffnet. Bild: (Facebook)

Besorgt sind viele Friedburger über den neuen österreichisch-türkischen Sport- und Kulturverein in Friedburg, der kürzlich in einem ehemaligen Autohaus eröffnet wurde. Weil gerade bei dieser feierlichen Eröffnung des "Anatolischen Vereins Friedburg" von vielen Besuchern der so- genannte "Wolfsgruß" gezeigt wurde, wird befürchtet, die radikale Islam-Vereinigung "Graue Wölfe" stecke hinter dem zugezogenen Verein. "Nein, niemand muss Angst haben, wir beißen keinen", sagt Obmann Mevlit Tetik. Es ist einfach ein Vereinshaus mit Gebetsraum, mit einer Hobby-Fußballmannschaft, Programm für Kinder und so weiter.

Von Straßwalchen nach Lengau

Dass viele bei der Eröffnung den "Wolfsgruß" machten, erklärt der Obmann so: "Das ist ein Symbol von alten Türken. Den machen auch Nicht-Muslime aus der Türkei, zum Beispiel in Moldawien. Mit Radikalisten oder Extremisten haben wir nichts zu tun. Das ist kein Symbol von Rassismus", betont er. Außerdem, so der Obmann, sei sein Verein ja gar kein neuer. "Wir sind nicht einfach vom Himmel gefallen. Wir waren zwei Jahre lang schon in Straßwalchen, jetzt haben wir in Friedburg das Haus gekauft", sagt er. Vorher habe man in Straßwalchen ein Gebäude gemietet. Gar nicht beunruhigt ist Polizei-Postenkommandant Hans Reitsamer. "Der Verein ist in Straßwalchen etabliert, jetzt haben sie den Vereinssitz in Friedburg", sagt er. Bisher sei ihm nicht zu Ohren gekommen, dass etwas mit dem Verein nicht in Ordnung gewesen wäre.

Verfassungsschutz informiert

Trotzdem hat die Polizei ein wachsames Auge, auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde schon vor der Eröffnung informiert. "Es gab aber auch bei der Eröffnung keine Vorfälle", betont der Polizeikommandant.

Die Sorge der Bevölkerung nimmt Bürgermeister Erich Rippl (SP) sehr ernst, er selbst sei aber nicht beunruhigt. Er war bei der Eröffnung zu Gast und berichtet von viel Gastfreundlichkeit, er hat auch Grußworte an die Anwesenden gerichtet, in denen er auf Toleranz hingewiesen habe. Die Musikkapelle Friedburg-Lengau hat gespielt, auch türkische Tänze wurden vorgeführt. In der kommenden Bürgermeister-Info wird der Obmann des Vereins eine schriftliche Stellungnahme abgeben und sich von der radikalen Vereinigung distanzieren.

80 Prozent Österreicher

Bereits 80 Prozent der Mitglieder des Vereins seien österreichische Staatsbürger, sagt dieser. "Wir leben schon lange hier und haben noch nie Probleme gehabt und wollen, dass das auch so bleibt", betont der Obmann immer wieder und weist darauf hin, dass es sich um einen kleinen Familienverein handelt.

Jeder könne kommen. "Mit großer Politik haben wir nichts am Hut", sagt der Obmann, Mevlit Tetik.

 

Vereinsrecht

Solange der Vereinszweck nicht verboten ist, kann jeder einen Verein gründen. Die Vereinsfreiheit ist in der Verfassung geregelt. Vereinsbehörde ist die Bezirkshauptmannschaft. Sie prüft die Vereinstatuten auf verbotenen Inhalt und stellt sicher, dass alle Vereinsorgane (Obmann, Kassier usw.) vorhanden sind. Wenn alles rechtens ist, wird der Verein von der Behörde aufgefordert, den Verein zu betreiben.

Ein Verein kann sich selbst auflösen oder wird behördlich aufgelöst. Bisher hat die Braunauer Behörde Vereine nur aufgelöst, wenn sie nicht tätig waren und faktisch nicht existierten.

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Artikel OÖN 24. März 2016 - 03:26 Uhr
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