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Berufsschule: Wirbel wegen drohender Schließung

BRAUNAU. Schüler und Politiker kämpfen für Weiterbestand – Sanierung nicht sehr dringend – Direktor vor Pensionierung.

Berufsschule: Wirbel wegen drohender Schließung

Baulich steht die Berufsschule Braunau noch fast wie neu da, aber ihre Zukunft ist ungewiss. Bild: Hatheuer

Schnell wurde zu einer öffentlichen Sache, was vorerst nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit weitererzählt wurde: dass der Berufsschule Braunau die Schließung droht (die OÖNachrichten berichteten am Montag: nachrichten.at). Heute, Donnerstag, beschäftigt das Thema den Landtag und den Gemeinderat. Die Grünen bringen entsprechende Anträge ein und fordern eine Zusage für den Weiterbestand.

Auch die Braunauer SPÖ und die Schülervertretung sind bereits aktiv geworden. "Wir erstellten Facebook-Beiträge, starteten eine Unterschriften-Aktion, die bereits jetzt viel Zuspruch – auch von außen – bekommt. Wir haben auch schon weitere gute Ideen, die wir frühestmöglich in die Tat umsetzen", teilt die Schülervertretung in einem Statement mit.

Sanierung und Pensionierung

Rückläufige Schülerzahlen und Berufsbilder, die sich weiterentwickeln, nennt die zuständige Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) als Gründe für die Überprüfung aller Berufsschulen im Land. Und dennoch – für Braunau und eine Schule in Steyr soll es bereits ziemlich konkrete Schließungspläne gegeben haben. Eine entsprechende Lenkungsausschusssitzung, in der eine Vorentscheidung fallen hätte können, dürfte schon terminisiert gewesen, auf Druck aber verschoben worden sein. Als Grund für die Schließung der Braunauer Schule kursierte, dass Sanierungen nötig seien. Das Gebäude ist rund 30 Jahre alt. Die Berufsschule sei 1988 neu errichtet worden, betont die SPÖ Braunau in einem Protestschreiben. Auch von Insidern wird der bauliche Zustand der Schule als gut beschrieben. Bödensanierung und Lifteinbau seien eventuell nötige Adaptierungen.

Vermutet wird noch ein anderer Hintergrund für die kolportierte Schließung mit Ende dieses Schuljahres: weil Direktor Günter Pfatschbacher in wenigen Monaten in Pension geht. In der aktuell angespannten Lage will dieser sich nicht zur Causa äußern. "Wir werden alles unternehmen, um das zu verhindern", schreibt die SPÖ in Bezug auf die Schließungspläne und weist darauf hin, dass der Bezirk Braunau ohnehin schon die schlechtesten Bildungsmöglichkeiten in Oberösterreich hat, es aber eine sehr große Nachfrage nach Arbeitskräften in technischen Berufen gebe.

460 Schüler besuchen derzeit jährlich die Kaufmännische Berufsschule Braunau. Die Zweige Einzelhandels-, Büro- und Industriekaufmann werden nur für Schüler aus dem Bezirk angeboten, sie alle müssten dann – ebenso wie die 21 Lehrkräfte – nach Ried pendeln, was vor allem für Schüler aus dem Raum Ostermiething angesichts fehlender Öffi-Verbindungen zum Problem werden dürfte.

Schüler fehlen, Arbeiter kommen

250 Berufsschüler wohnen in Internaten in Braunau. Der Heimbauverein baut seines – auch auf Betreiben der Berufsschule – gerade modern um und muss fürchten ein Drittel der Bewohner zu verlieren, wenn die Schule geschlossen werden sollte. Für manche Lehrausbildung – wie Speditionslogistik – kommen Schüler aus ganz Österreich nach Braunau. Auch das Mittagessen wird vom Internat in die Schule geliefert.

Weniger Sorgen macht sich Branka Pavic vom Kolpinghaus, wo die Berufsschülerinnen wohnen. Derzeit seien acht Mädchen da, 22 Betten stünden im zweiten Stock zur Verfügung, aber wenn diese nicht mehr von Schülerinnen benötigt werden, würden sie eben vermietet wie auch jene im dritten Stock. Dort können Touristen übernachten, oft wird das Angebot aber von ausländischen Arbeitern genutzt, die wochenweise in der Region arbeiten.

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Artikel Monika Raschhofer 12. Oktober 2017 - 06:04 Uhr
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