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Bayern wollen Grenzkontrollen an Autobahn näher nach Suben rücken

POCKING/NEUHAUS/SUBEN. Verlegung der Kontrollstelle deutlich näher zum Innviertel geplant.

Bayern wollen Grenzkontrollen an Autobahn näher nach Suben rücken

Das Tauziehen um Standort von deutschen Einreisekontrollen hält an. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Im Drängen der Bayern, ihre Einreisekontrollen im Sog der vergangenen Flüchtlingswelle vom Standort hinter der Grenze an der Autobahn bei Rottal-Ost zum ehemaligen Grenzübergang nach Suben zu verlegen, gibt es nun offenbar weitere Überlegungen. Das Innviertel hätte mit einer Verlegung samt Rückstaus direkt nach Suben, wie berichtet, keine Freude. Zudem wären aufgegriffene, illegal eingereiste Migranten dann "Sache" von Österreich.

Grundstück für Kontrollstelle

Bayern drängt zwar weiter auf eine Verlegung nach Suben und damit auf österreichisches Staatsgebiet. Für den Fall, dass dies scheitert, wird nun in Bayern offenbar eine Alternative geprüft. Wie die Passauer Neue Presse berichtet, könnte eine neue Kontrollstelle geschaffen werden – weg vom Parkplatz Rottal-Ost Richtung Grenze, irgendwo zwischen Suben und der Abfahrt Pocking, jedenfalls noch vor der Abfahrt Pocking: auf bayerischem Gebiet.

Dadurch wäre "nur" der aus Österreich kommende Verkehr von den Kontrollen und vom Rückstau betroffen, aber nicht mehr jene Lenker, die in Pocking mit Fahrziel Passau auf die Autobahn auffahren. Grundstücke stehen dem Vernehmen nach zur Verfügung, derzeit werde geprüft, welches am besten geeignet ist, so die Passauer Neue Presse.

Je nach Standort würde es das Innviertel mehr oder weniger treffen: Eine Verlagerung der deutschen Einreisekontrollen direkt nach Suben würde das Innviertel laut Experten, wie berichtet, massiv belasten – zumal sich der Rückstau mit seinen vielen Auffahrunfällen ins Innviertel verlagern würde. Die für den Bezirk Schärding wichtigste Autobahnausfahrt Suben wäre durch den Rückstau praktisch permanent verstopft, was wiederum einen enormen Ausweichverkehr auf die Bundesstraße zur Folge hätte, verbunden mit einer äußerst belastenden Situation für die anliegenden Gemeinden wie Suben, wo von einem Horrorszenario die Rede ist.

Für die deutschen Einreisekontrollen gibt es im Innviertel zwar vielfach Verständnis. Eine Verlegung der Kontrollen nach Suben samt "Export" des Rückstaus und vielen Auffahrunfällen wird im Innviertel allerdings abgelehnt.

Die Entscheidung über eine Verlegung direkt nach Suben ist am Ende eine politische. Bislang gab man sich auf hoher österreichischer Seite jedenfalls zurückhaltend. Und die für die österreichischen Autobahnen zuständige Asfinag will offenbar in Suben Umbaumaßnahmen setzen, was auch gegen eine Verlegung der Kontrollen nach Suben sprechen dürfte.

"Schlimmste Staustrecke"

Eine Stau-Bilanz des deutschen Automobilclubs ADAC weist die Autobahn A3 innerhalb der überregional bedeutsamen deutschen Fernautobahnen übrigens als "schlimmste Staustrecke" aus – Ursache seien die deutschen Einreisekontrollen wenige Kilometer hinter dem Grenzübergang Suben mit ihren Rückstaus.

Statistisch seien im Vorjahr auf der A3, die in Bayern an die Innkreisautobahn anschließt, 208 Kilometer Stau je Autobahnkilometer gemessen worden.

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Artikel Dieter Seitl 11. Juni 2018 - 05:15 Uhr
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