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Asyl-Quartiere geschlossen, Großteil nicht mehr voll belegt

BRAUNAU. Flüchtlinge: Die Quartiere in Maria Schmolln und Pischelsdorf wurden aufgelassen, kleiner Babyboom: 47 Kinder unter drei Jahren.

Asyl-Quartiere geschlossen, Großteil nicht mehr voll belegt

Afghanische Leckerein verkauften die Munderfinger Asylwerber Morteza und Shanaz beim Christkindlmarkt vor dem Gemeindeamt Bild: Norbert Stangl

Die große Flüchtlingswelle ist vorbei, rund um das Thema ist es ruhiger geworden. Aber nicht still: 466 Asylwerber in Grundversorgung leben im Bezirk Braunau (genaue Zahlen siehe Artikel unten). Die vielen ehrenamtlichen Helfer sowie die Organisationen Volkshilfe, Rotes Kreuz und Diakonie haben weiterhin eine große Aufgabe zu bewältigen. "Wir brauchen nichts schön zu reden. Die Integration ist eine große Herausforderung. Aber die Herausforderung ist für den Bezirk zu schaffen. Viele Kinder reden schon wirklich gut Deutsch, es gibt ganz viele Vorzeigefamilien", sagt Gabriele Pointner vom Regionalen Kompetenz-Zentrum für Integration und Vielfalt (Reki). Sie ist vor allem mit den vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem ganzen Bezirk in Kontakt und lobt im Gespräch mit der Braunauer Warte immer wieder deren großes Engagement.

Rückschläge gebe es aber auch einige. Zum Beispiel, wenn gut integrierte Asylwerber einen negativen Asylbescheid bekommen. "Derzeit liegt der Schwerpunkt bei den Interviews (während der Prüfung der Asylanträge, Anm. d. Red.) auf den Afghanen. Die meisten bekommen einen negativen Asylbescheid", sagt sie. Durchschnittlich zwei Jahre dauere die Prüfung des Asylantrages. "Bei den Syrern ist es relativ schnell gegangen", sagt Johanna Asen von der Volkshilfe.

Hotel André: Viele ins Kloster

Ende des Jahres wird der Jugend-Teil des Quartiers im Braunauer Hotel André geschlossen. Dort wurden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut. Etwa 14 von ihnen sind schon oder werden demnächst 18 Jahre alt sein, sie übersiedeln in das Quartier ins Kloster. Die anderen kommen in ein anderes Jugendwohnhaus.

Großes Thema im Kloster sind natürlich die kürzlich aufgeflogenen drogendealenden Asylwerber, die OÖN berichteten. "Es hat hier Hinweise von anderen Asylwerbern gegeben, sie haben Verdacht geäußert und das haben wir der Polizei weitergeleitet", sagt Asen.

Mitte November wurde das Pischelsdorfer Pfarrheim als Asylquartier geschlossen, im September zogen die letzten Asylwerber aus dem ehemaligen Gasthaus Bachleitner in Maria Schmolln aus. Die drei Häuser in Leichtbauweise, die in Munderfing vom Roten Kreuz für die Flüchtlingsbetreuung errichtet wurden, sind in etwa zu zwei Drittel belegt, wie Stefan Schendel vom Roten Kreuz berichtet. Es sei noch nicht abzusehen, wann die Häuser wieder abgebaut werden können. Derzeit gebe es viele Verlegungen nach Munderfing. "Disziplinäre Verlegungen sind aber eher die Ausnahme, die Verlegungen haben mit aufgelassenen Quartieren zu tun", klärt Schendel auf.

Gabriele Pointner berichtet von vielen Geburten in der Zeit während der Grundversorgung: "Wir haben 21 männliche und 26 weibliche Kinder unter drei Jahren hier bei uns im Bezirk." Die größte Herausforderung sei nach einem positiven Asylbescheid die Wohnsituation, an leistbaren Wohnungen mangle es enorm.

466 Asylwerber leben im Bezirk

657 Asylwerber zählte der Bezirk Braunau vergangenes Jahr Anfang September. Heuer, Ende November, waren es rund 190 weniger.

13 organisierte Quartiere werden von Volkshilfe, Diakonie und Rotem Kreuz im Bezirk betreut bzw. organisiert: Altheim, Braunau, Burgkirchen, Geretsberg, Helpfau-Uttendorf, Hochburg-Ach, Lengau, Mattighofen, Mauerkirchen, Munderfing, Ostermiething, Pfaffstätt und St. Pantaleon.

131 Asylwerber lebten mit Stichtag 30. November in Braunau. Mit der Auflassung des Jugendteils im Hotel-André müssen einige minderjährige Flüchtlinge Braunau verlassen, der Großteil wird in das Quartier ins Kloster ziehen.

88 Flüchtlinge leben in den 13 privaten Quartieren im Bezirk. Die meisten in der Stadt Braunau (42). Jeweils ein Flüchtling in Grundversorgung lebt in einem privaten Quartier in Gilgenberg, Munderfing und Neukirchen. 

27 Gemeinden: In 27 von 46 Gemeinden leben keine Flüchtlinge in Grundversorgung. Ende September waren es 20.

0,46 Prozent der rund 100.000 Einwohner im Bezirk Braunau sind Asylwerber in Grundversorgung.

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Artikel Magdalena Lagetar 07. Dezember 2017 - 08:04 Uhr
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