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22.000 Liter Diesel von Firmen-Lkw für privates Auto abgezapft

BEZIRK RIED. 54-jähriger Angeklagter wurde zu sechs Monaten bedingter Haft wegen Veruntreuung verurteilt.

22.000 Liter Diesel von Firmen-Lkw abgezapft

Der Angeklagte musste sich vor Richter Josef Lautner verantworten Bild: streif

Ohne Verteidiger betritt der 54-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Ried den Schwurgerichtssaal. Bisher hatte er mit der Justiz noch nichts zu tun. Heute aber wird ihm von Staatsanwalt Alois Ebner das Vergehen der Veruntreuung vorgeworfen.

Laut Anklage soll der Lastwagenfahrer von 2011 bis 2017 immer wieder aus seinem Firmenfahrzeug Diesel abgezapft und in sein privates Fahrzeug umgefüllt haben. Insgesamt mehr als 22.000 Liter. Der Schaden belaufe sich auf mehr als 20.000 Euro, so Ebner.

"Ich will mich entschuldigen, es tut mir sehr leid. Es waren aber nur drei Monate und maximal 200 Liter", sagt der Angeklagte zu Richter Josef Lautner. Dass er ein Vergleichsangebot seines ehemaligen Arbeitgebers in der Höhe von mehr als 16.000 Euro bereits zugestimmt und sogar bezahlt hat, passt da nicht ins Bild. Er habe damit einer Gerichtsverhandlung aus dem Weg gehen wollen, so seine Begründung.

Schon länger hatte die Firmenleitung den Mann in Verdacht. Der Durchschnittsverbrauch bei seinem Fahrzeug war deutlich höher als bei den Kollegen. Zwei von der Innviertler Firma eingesetzte Detektive konnten den Mann schließlich auf frischer Tat ertappen, als er aus dem Lkw-Tank zwei Kanister abzapfte, um sie später in seinen Privat-Pkw zu füllen.

"Wir waren sehr enttäuscht von ihm, weil wir grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu ihm hatten", sagt der Geschäftsführer des Unternehmens im Zeugenstand. Der Angeklagte erhebt sich und entschuldigt sich einmal mehr bei seinem ehemaligen Arbeitgeber.

Nach kurzer Bilanzierung verkündet Richter Lautner das Urteil. Der bisher unbescholtene Angeklagte wird wegen Veruntreuung zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt.

"Sie haben das Vertrauen Ihres Arbeitgebers über einen langen Zeitraum ausgenutzt", so Lautner. Staatsanwalt Ebner verzichtet auf Rechtsmittel, auch der Angeklagte nimmt den Richterspruch an. Da er aber ohne Verteidiger erschienen ist, steht ihm noch eine Bedenkzeit zu, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

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Artikel Thomas Streif 13. September 2017 - 05:04 Uhr
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