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1500 Kilometer zu Fuß nach Rom: "Weg war geprägt von Dankbarkeit"

HÖHNHART, MOOSBACH. Pater Ferdinand Karer spricht im Interview und in Moosbach über seine Pilgerreise.

1500 Kilometer zu Fuß nach Rom: "Weg war geprägt von Dankbarkeit"

In Rom begegnete Pater Ferdinand Karer auch Papst Franziskus – 50 Tage lang war er zu Fuß unterwegs. Bild: privat

50 Tage, 1500 Kilometer. Pater Ferdinand Karer hat es gewagt und geschafft: Er ist zu Fuß nach Rom gegangen, großteils alleine. Der gebürtige Höhnharter und Direktor des Gymnasiums Dachsberg spricht im Warte-Interview über seine Reise und gibt Ratschläge für Pilger.

 

1500 Kilometer zu Fuß nach Rom. Wie haben Sie das bloß geschafft?

1500 Kilometer – Das sieht zunächst sehr weit aus, und ich hatte großen Respekt vor dieser Strecke, da ich mich im Vorfeld auch kaum eingehen konnte. Angst hatte ich vor den Höhenmetern im Apennin. Tatsächlich war es so, dass die ersten drei Tage richtig anstrengend waren, obwohl ich nur wenige Höhenmeter zu leisten hatte. Ab Salzburg war es irgendwie ein Leichtes. Es war ein gutes Gehen, getragen von einer gewissen Leichtigkeit und Freude.

Gab es eine Zeit, in der Sie abbrechen wollten?

Nein. Ich war nur nach dem ersten Tag so kaputt, dass ich hoffte, zumindest bis Salzburg zu kommen. Und dort wird entschieden, ob ich den Zug zurücknehme oder weitergehe. In Salzburg habe ich nicht einmal mehr daran gedacht. Ich war von meiner körperlichen Fitness überrascht. Mich plagte keine Blase, obwohl ich mit meinen Schuhen im Vorfeld nicht einmal zwei Stunden unterwegs war. Alles machte gut mit, auch der Kopf.

Was ist Ihnen denn auf dieser Reise durch den Kopf gegangen?

Ich bin bewusst im "Jahr der Barmherzigkeit" nach Rom gegangen, habe unterwegs einiges von Papst Franziskus gelesen. Der Weg war geprägt von einer inneren Dankbarkeit all dem gegenüber, was ich bisher erfahren durfte. Ich war viel in meiner Kindheit, die ich als echtes "Glückskind" in Erinnerung habe. Es war in meinem Denken auch unsere Schule mit, die Sorgen mancher Eltern, Kollegen, auch dachte ich viel über Schulentwicklung nach. Und vieles, was ich tagsüber dachte, schrieb ich abends in mein Tagebuch.

Pilgern ist derzeit wieder im Kommen. Glauben Sie, dass die Menschen vorwiegend religiöse Motive antreiben?

Die religiösen Motive im Gehen nehmen, denke ich, zu. Es ist aber nicht das klassische Pilgern in dem Sinn, dass ich betend zu einem Heiligtum pilgere, von dem ich Heil erwarte. Es geht eher um Erfahrung von Religion im sekundären Bereich. Ich meine damit, dass im Gehen neben der gesunden Bewegung auch das Erleben von Natur eine wichtige Rolle spielt, dass vor allem auch die vollkommen andere Geschwindigkeit dem Menschen wieder Türen in religiöse Erfahrungen öffnet, Erfahrungen, die über das bloße Wahrnehmen hinausgehen. Es ist einfach das Staunen vor der Schöpfung, das beim Gehen in einer besonderen Weise erfahren wird.

Warum pilgern Sie?

Für die einen ist es ein Naturerlebnis, für mich ist es ein Gotteserlebnis, getragen von großer Dankbarkeit.

Was ist der wichtigste Tipp, den Pilger Ihrer Meinung nach beachten sollten?

Pilgern ist kein Wettbewerb und je geringer der Rucksack umso leichter der Weg. Die große Erfahrung beim Pilgern: Weniger ist mehr.

 

Vortrag: "1500 Kilometer zu Fuß nach Rom. Bilder und Gedanken einer Pilgerreise" mit Pater Ferdinand Karer am Dienstag, 17. Oktober, 19 Uhr im neuen Hofmarksaal Moosbach.

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Artikel Magdalena Lagetar 14. Oktober 2017 - 10:04 Uhr
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