
„Ich hoffe nur, dass sich für meinen kleinen Sohn alles zum Guten wendet“, sagt Julia H. Rudi besucht derzeit eine Integrationsgruppe in einem Sportkindergarten. „Jede Art von Bewegung tut ihm gut“, erklärt seine Mutter. Er habe noch große Probleme mit seinem Körperbewusstsein, vor allem Schwierigkeiten mit der Kontinenz. Sie bringt ihn regelmäßig zu Ergotherapien und Logotherapien. Die Kosten dafür muss sie selbst aufbringen. „Ich beziehe zwar Pflegegeld für ihn, das reicht aber Monat für Monat nicht aus“, beklagt die Mutter.
Um ihren Sohn richtig betreuen zu können, kann Frau H. nur Teilzeit als Reinigungskraft arbeiten. „Die behindertengerechte Betreuung meines Sohnes würde sonst alleine 80 Prozent des Pflegegeldes ausmachen“, erklärt sie. Die Alleinerzieherin hat neben der Angst um die Zukunft ihres Sohnes vor allem finanzielle Ängste. „Die Bank hat meinen Überziehungsrahmen gekürzt“, klagt sie. Dabei hätten Rudis Großeltern schon viel Geld gegeben. Ihr größter Wunsch sei es derzeit, irgendwie die nächste Ergotherapie-Rechnung bezahlen zu können.
Sucheinsatz der Polizei
Rudi lebt derweil in seiner eigenen Welt. „Gestern ist er den gesamten Nachmittag in seinem Baumhaus gesessen und hat mit einem Hammer Nägel eingeschlagen“, erzählt seine Mutter. Als es dunkel geworden war, habe ihm der Opa eine Laterne anzünden müssen. Der Fünfjährige hätte nämlich noch mit dem Fuchsschwanz einen Ast absägen wollen. „Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, ist er so lange lästig, bis er es erreicht. Das kann zur Nervenprobe werden“, sagt die Mutter.
Auch einen Sucheinsatz der Polizei hat ihr Sohn schon einmal ausgelöst. „Da ist er in Schlapfen zum Nachbarn spaziert, weil er einen Kakao wollte“, klärt Julia H. auf. Nach dem Kindergarten soll Rudi in eine Integrationssvorschule oder -schule gehen. „Er hat beim Reden noch grobe Probleme mit dem Satzbau. Ich hoffe, er kann sich dort gut entwickeln“, sagt die Mutter.
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*alle Namen geändert
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