
„Es ist so unwahrscheinlich“, sagt Monika R. „So unwahrscheinlich, dass gerade auf dieser Straße etwas passiert.“ Und dennoch ist es passiert. Fabian ist bei der Oma zu Besuch, fährt mit dem Rad, als eines der wenigen Autos, die am Haus der Großeltern vorbeikommen, ihn rammt. Fabian ist schwerst verletzt: Schädel-Hirn-Trauma, Lungenquetschung, zahlreiche Knochenbrüche. Das war im Sommer 2010. Eine Zäsur im Leben von Fabian und seiner Mutter. Seither kämpft die Alleinerzieherin unermüdlich dafür, ihrem Sohn das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.
Keine Zeit für Selbstmitleid
Fabian kann nicht sitzen, nicht stehen, nicht gehen. Fabian versteht jedes Wort – nur sprechen kann er nicht. Mühevoll hat er gelernt, mit Hilfe seines rechten Beines Signale zu geben. Anheben heißt Ja, liegen lassen heißt Nein. So haben es die beiden vereinbart. So ist zumindest noch ein klein wenig Kommunikation zwischen Mutter und Sohn möglich. Denn die Situation ist schon schwer genug. „Das Schlimmste ist, wenn man sein Kind, das vorher gesund war, so sieht“, sagt Monika R.
Selbstmitleid kommt für sie jedoch nicht infrage. „Es ist ein sehr langer Weg“, sagt die Alleinerzieherin. „Aber es ist nun einmal, wie es ist. Jetzt versuchen wir, das Beste daraus zu machen.“ Mit aller Kraftanstrengung arbeitet auch Fabian daran, sich wieder bewegen zu können. Alleine schon, um seine Mutter zu unterstützen. Denn wickeln, füttern, Körperpflege und anziehen wird immer schwieriger. „Momentan geht es noch. Aber ich hoffe, dass er schnell Fortschritte macht. Sonst wird es für mich schwer, ihn zu pflegen.“
Anstrengend ist es vor allem auch, weil Monika R. mit all dem alleine ist. Zu Fabians Vater gibt es kaum Kontakt, Alimente kommen unregelmäßig. Das macht die Situation auch noch finanziell angespannt. Denn wegen der Betreuung ihres Sohnes kann die Alleinerzieherin nur wenige Stunden ihrer Arbeit nachgehen und so selbst Geld verdienen. Sie will sich dennoch nicht unterkriegen lassen und ihrem Sohn helfen.
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*Namen geändert
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