Gemeinsam haben Seilbahnbetreiber, Bergführerverband, Alpenverein und Tourismusverband zuletzt in Vorarlberg einen Folder zum Thema Pistentouren herausgegeben. Ähnliches gibt es bereits in Salzburg („Pistentourenguide“) und für den Großraum Innsbruck („Pistentouren“). Darin enthalten sind Verhaltensregeln und detaillierte Informationen zu Pistentouren, wann und wo sie erlaubt sind.
„Nur bei uns in Oberösterreich bewegt sich nichts“, kritisiert Thomas Poltura, Vorsitzender des Alpenvereins Oberösterreich. Alle Vermittlungsversuche seien gescheitert, die Gespräche eingestellt. Seitens der Seilbahnbetreiber gebe es nur leere Versprechungen, sagt Poltura, und man sei von einer Lösung des Skitourenkonflikts oder ähnlichen Richtlinien, die dem Pistengehen eine offizielle Form verleihen, meilenweit entfernt. Poltura: „Bei uns wird Tourengehen auf Pisten fast kriminalisiert.“
Verhärtete Fronten
Anders in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wo, laut Alpenverein, auch die Politik Pistengehen „offiziell anerkannt“ habe. Samt den zehn Empfehlungen des Kuratoriums für Alpine Sicherheit (siehe Kasten), die ein friedliches Nebeneinander zwischen Tourengehern und Liftbetreibern ermöglichen sollen. Die Info-Broschüren wurden mit einem Vorwort des jeweiligen Sportlandesrates herausgegeben, zwei davon sind gleichzeitig Landeshauptmann-Stellvertreter.
„Nur in Oberösterreich wollen sich Seilbahner, Touristiker und Politiker dieser Lösung und den zehn Empfehlungen für Pistentouren nicht anschließen“, kritisiert Poltura. Stimmt nicht, entgegnet Alfred Bruckschlögl, Geschäftsführer der Seilbahnholding Oberösterreich. „Momentan ist das nur kein Thema.“ Jeder Skigebiet-Betreiber entscheide selbst, wie er mit Tourengehern umgehe.
Für ihn stelle sich am Dachstein, Krippenstein und Feuerkogel das Problem nicht, da mit Katrin (Bad Ischl), Grünberg (Gmunden) und Loser (Bad Aussee) Ausweichmöglichkeiten vorhanden seien. Gemeinsam mit seinen Kollegen arbeite er dennoch an einer Lösung. „Die gesetzliche Handhabe fehlt allerdings immer noch“, sagt Bruckschlögl.
Eigene Pisten bauen
Bei den Tourengehern sei, räumt er ein, inzwischen „Vernunft eingekehrt“. Die meisten würden sich an Regeln der Liftbetreiber halten. Bruckschlögl sieht den Handel und den Alpenverein selbst gefordert, „Pisten für Pistengeher zu schaffen“.
Zehn Empfehlungen für Tourengeher
Das Kuratorium für Alpine Sicherheit hat gemeinsam mit Alpenverein, Alpinpolizei und Bergführerverband zehn Empfehlungen für Pistentouren erarbeitet, die in Tirol, Salzburg und Vorarlberg als Richtlinien gelten. Die wichtigsten Punkte:
• Warnhinweise und lokale Regelungen beachten.
• Der Sperre einer Piste Folge leisten, sichtbar machen.
• Nur am Pistenrand aufsteigen und bis 22.30 Uhr die Pisten verlassen.
• Frisch präparierte Pisten nur am Rand befahren.
Obwohl ich selbst Alpenvereinsmitglied und zeitweise wirklicher Tourengeher (kein Pistengeher) bin, kann ich den Alpenverein in dieser Frage nicht unterstützen. Mit welchem Argument glauben manche, dass sie kostenlos Pisten benützen dürfen, für deren Herstellung und Präparierung Andere bezahlen? Warum sollten zahlende Benützer akzeptieren, dass ihnen neben der Kosten auch noch ein Sicherheitsrisiko aufgebürdet wird, weil Bergaufgehende naturgemäß einen anderen Bewegungsablauf haben als abfahrende Schifahrer?
Wer wirklich Tourengehen will, für den gibt es genügend Möglichkeiten, das wirklich zu tun, ein Parasitentum auf Schipisten ist nicht notwendig. Eine Ausnahme könnte man machen, wo bestehende Wege eben über Pisten verlaufen, aber dafür müsste man auch vernünftige Kennzeichnungen schaffen, damit sowohl Pistenbenützer als auch Geher klare Vorgaben haben.
Als aktiver Tourengeher sehe ich diesen Trend unterschiedlich: einerseits bin ich froh, dass die Berge nicht noch mehr überlaufen werden, andererseits, kann ich aber auch die Liftbetreiber sehr gut verstehen, die eine Infrastruktur schaffen, die die Schifahrer bezahlen sollen und die Pistentourengeher mehr oder weniger gratis nutzen.
Ich möchte nur nicht, dass diese Pistentourengeher als Schitourengeher verpauschaliert werden. Ich betrachte sie nämlich nicht als Tourengeherkollegen im klassischen Sinne.
sind beim Handaufhalten für Unterstützungen aus öffentlichen Töpfen führend.
An einer Lösung der Tourengeherfrage (übrigens auch Steuerzahler) sind sie nicht interessiert. Siehe die diversen Stellungnahmen gewisser Seilbahn- und Liftbetreiber.
Die oberösterreichischen Touristiker handeln grob fahrlässig - treten sie doch eine für sie wie geschaffene Einnahmequelle mit Füßen.
Aufforderung an die Politik: sofortiger Stopp aller Unterstützungen und Förderungen für oberösterreichische Lift- und Seilbahnbetreiber. Solange die Tourengeher keine zufriedenstellenden Rahmenbedingungen vorfinden.
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