„Das ist ein beinharter Job, und die Reisen haben nichts mit Urlaub zu tun. Der letzte Einsatz führte zwei Kollegen für drei Wochen nach Paraguay, sie waren bei ihrer Heimkehr fünf Kilo leichter“, sagt Helmut Reinmüller, Leiter der Zielfahndungseinheit.
Bis der Aufenthaltsort eines Gesuchten eingegrenzt werden kann, ist eine monatelange Vorarbeit nötig. „Wir konzentrieren uns nur auf den Menschen und seine Gewohnheiten. Wie bei einem Puzzle setzen wir die Teile zusammen, um ein Bild zu bekommen“, sagt Reinmüller.
Wirtschaftskriminelle seien besonders schwer aufzuspüren. „Deren Flucht ist lange geplant, und sie haben das Geld, um sich in einem korrupten Land ein neues Leben zu kaufen“, beschreibt der Ermittler.
Die „härteste Nuss“ scheint aber Tibor Foco zu sein. Der zum zweiten Mal wegen Mordes an einer Prostituierten angeklagte Linzer ist seit April 1995 auf der Flucht. „Bei Foco ist alles möglich, auch, dass er nicht mehr lebt. Er steht ganz oben auf unserer Liste.“
Durchschnittlich 15 Mal im Jahr reisen die Fahnder ins Ausland, von Thailand bis Kanada, Venezuela, Südafrika, Amerika und in die EU-Staaten. „Wir sind immer im Stand-by-Modus“, sagt Reinmüller.
Vor Ort wird eng mit den Fahndungskollegen kooperiert. „Da ist auch oft Feingefühl gefragt, und man muss sich anpassen.“ International genießt die Einheit hohes Ansehen. Österreich ist bei dem EU-Fahndungsprojekt ENFAST das Land mit den meisten Festnahmen: „Unser Erfolg liegt wohl darin, dass wir eine kleine Einheit mit Allroundern sind.“
Wurde ein Verbrecher gefasst, wird er nach der juristischen Abwicklung nach Österreich geholt. „Das machen wir selber, denn oft sind sie froh, nach Hause zu kommen, und plaudern gern. So erfahren wir bei der Reise viel über ihre Flucht und lernen für andere Fälle.“
Die Zielfahndungseinheit: International erfolgreiche Einheit
Seit Gründung der Zielfahndungseinheit im Jahr 2003 haben die fünf Fahnder des Bundeskriminalamts 121 per internationalem Haftbefehl gesuchte Personen festgenommen, im Vorjahr waren es 19 Flüchtige. Seit 2010 ist Österreich im EU-Projekt „European Neetwork on Fugitive Acitive Search Units“ (ENFAST) neben acht weiteren EU-Ländern vertreten. Die Einheit des Bundeskriminalamts ist die nach Anzahl der Festnahmen die erfolgreichste von ENFAST.
Es besteht der Verdacht, dass der Leiter einer angeblichen Eliteeinheit unprofessionell und profilierungssüchtig handelt, wenn er in den Medien ermittlungstaktische Vorgangsweisen ausplaudert und Informationsmaterial für eine erfolgreiche Flucht liefert.
foco glaube ich,dass da etliche sehr froh sein müssen,wenn er nicht mehr auftaucht.
zeigt den beamten deren grenzen auf. es gibt eben im leben immer intelligentere personen, die der polizei geistig haushoch überlegen sind. man kann dem foco nur wünschen, daß sie ihn nie erwischen, zuviel ungereimtheiten haben diesen fall belastet. peter römer hat dies jahrelang angeprangert. zu bedauern sind nur die eltern, die ihren sohn wohl nie mehr sehen werden.
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