
Der gefasste mutmaßliche Täter ist geständig, die Polizei fahndet nach einem möglichen Komplizen.
„Ich bin nur froh und dankbar, dass meinem Sohn nichts passiert ist“, sagt Mutter Elisabeth Hradil zu den OÖNachrichten. „Am Abend sind wir beim Essen zusammengesessen, da wurde Werner erst bewusst, wie viel Glück er hatte, dass er nicht angeschossen wurde“, sagt die Pensionistin.
Wie berichtet wurde der Briefträger am Donnerstag kurz nach acht Uhr früh durch die gläserne Eingangstür der Bankfiliale in Eberstalzell (Bezirk Wels-Land) Zeuge des Überfalls. Als der Täter zu Fuß flüchtete, setzte sich der Lambacher ohne zu zögern in sein Dienstfahrzeug und verfolgte ihn laut hupend, um auf den Räuber aufmerksam zu machen.
Der Verdächtige – ein arbeitsloser und wegen Gewaltdelikten vorbestrafter Wiener – schoss daraufhin zwei Mal. Der zweite Schuss galt laut Ermittlern seinem Verfolger, den er zum Glück verfehlte. Hradil konnte die Polizei zum Versteck des mutmaßlichen Räubers – eine Gartenhütte – führen. Beamte des Sondereinsatzkommandos Cobra nahmen den 23-Jährigen fest.
„Bei den Verhören zeigt er sich äußerst zugeknöpft. Deshalb und weil wir bisher kein Fluchtfahrzeug von ihm gefunden haben, glauben wir, dass er einen Komplizen hatte. Möglicherweise hat er auch noch andere Straftaten begangen“, sagt ein Ermittler. Der 23-Jährige wurde gestern in die Justizanstalt Wels gebracht.
Für Werner Hradil war der Tag danach ein Arbeitstag, aber nicht wie jeder andere: „Er hatte aber schon ein komisches Bauchgefühl, als er aus dem Haus ging. Schließlich musste er ja auch wieder in die Sparkasse rein“, sagt die Mutter.
Die couragierte Verfolgung des bewaffneten Räubers war nicht das erste außergewöhnliche Erlebnis des Briefträgers. „Im Herbst fand er eine Zuckerpatientin, die bei der Eingangstür am Boden lag, und alarmierte die Rettung. Ich hab’ eh zu ihm gesagt ‘aller guten Dinge sind drei’, schau’n wir mal, was noch auf ihn zukommt.“
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