
„Kaltluftvorstoß“ nennen die derzeitige Wetterlagen die Meteorologen, bei den Pannenfahrern des ÖAMTC sind das, was der Volksmund schlicht als „Saukälte“ bezeichnet, die so genannten „Eisstoßtage“. Sämtliche Urlaube und Zeitausgleiche sind bis Mitte nächste Woche für die Mitarbeiter des ÖAMTC in Oberösterreich erst einmal gestrichen. Die volle Mannschaft muss ran. 750-mal rückte man allein am Mittwoch aus. Am Donnerstag um 10 Uhr waren es bereits mehr als 500 Einsätze. „Der erste Schwung an Hilferufen erreicht uns so gegen 6 Uhr, die zweite Spitze so zwischen 8 und 8.30 Uhr. Da geht es richtig rund“, sagt Manfred Schöberl, Leiter des technischen Dienstes beim ÖAMTC in Linz. 350 Mann stark ist seine Mannschaft insgesamt an diesen Tagen. Da wird auch umgeschichtet. Techniker von der Prüfdienst-Stelle werden in die Nothilfe verlagert. Kurzfristig Hilfskräfte anzuheuern bringe nichts, sagt Schöberl. Die Pannenfahrzeuge seien zu speziell und bedürften einer Einschulung.
Ein „kleiner Vorgeschmack, auf das was noch kommt“ nennt der Meteorologe Josef Haslhofer von der ZAMG Salzburg die gestrigen Temperaturen. Das Thermometer klettert in den nächsten Tagen weiter – nach unten. Bis zu vier Grad kälter könne es noch werden, sagt Haslhofer: „Die Luft strömt nicht wie sonst vom Atlantik, sondern vom Kontinent, sprich von Russland und Sibirien, zu uns. Das macht sie so kalt.“ Dass ein derartiger „Kaltluftvorstoß“ eine Woche andauert, kommt durchschnittlich alle zehn Jahre vor. Kurze Kaltluftvorstöße dauern im Schnitt zwei Tage und sind im Winter keine Seltenheit.
Kalt, aber super Schnee
„Es ist wunderschön, perfekte Pisten, tiefverschneite Wälder“. Gerald Paschinger, Geschäftsführer der Hochficht-Bergbahnen will sich die guten Verhältnisse durch die Kälte nicht madig machen lassen. Minus 18 Grad zeigte das Thermometer gestern früh. „Sicher, für Warmduscher ist es nichts, und wenn es wärmer wäre, wäre es idealer“, sagt er. Doch der Geschäftsführer ist mit der Auslastung mehr als zufrieden. „Die Leute gehen trotzdem Ski fahren und sind begeistert.“
Mehr als 1500 Einsätze
Einen Großeinsatztag bescherte die Kälte den Pannendiensten auch gestern. 1300 Einsätze hatte der ÖAMTC etwa bis 16 Uhr absolviert. „Die 1500er-Marke werden wir locker knacken“, sagt Manfred Schöberl. Fünfmal mehr als an normalen Tagen. Die durchschnittliche Wartezeit betrug gestern 41 Minuten. 90 Prozent der Hilferufe betreffen übrigens streikende Batterien. Eingefrorene Schlösser und Handbremsen gebe es aufgrund der niedrigen Luftfeuchtigkeit eher selten.
Arbeiten bei minus 20 Grad
Glücklich ist, wer derzeit im Büro seiner Arbeit nachgehen kann. Ein Pendant zu Hitzeferien gibt es bei zweistelligen Minusgraden nicht. Laut Arbeiterkammer muss auch bei minus 20 Grad und eisigem Nordwind gearbeitet werden. Der Arbeitgeber muss allerdings zweckmäßige Kleidung zur Verfügung stellen, und der Arbeitende muss jederzeit die Möglichkeit haben, zum Aufwärmen einen auf mindestens 21 Grad beheizten Raum aufzusuchen.
Die Kältepole
Die arktische Kälte steuert ihrem Höhepunkt zu. Am Freitag und am Samstag kann es laut der Zentralanstalt für Meteorologie noch um bis zu vier Grad kälter werden. Die kälteste Region war am Donnerstag eindeutig das Mühlviertel. Windischgarsten, ansonsten mit Tiefstemperaturen gesegnet, profitierte von dichteren Wolken.
Reichenau/Mkr. –16,3°
Kollerschlag –15,3°
Rohrbach –14,7°
Wolfsegg –14,3°
Bad Zell –14,2°
Freistadt –14,2°
Frankenmarkt –14,2°
Weyer –13,1°
Enns –12,6°
Linz –10,5°
Schärding –9,3°
Windischgarsten –8,0°
Hier erfahren Sie mehr über das aktuelle Wetter in Oberösterreich.

ich höre leider meinen Lieblingssatz: "Zu warm für diese Jahreszeit" nicht.
das finde. Ich Super; hoppla, das scheint irgendwo im Ausland zu sein. (hätte mich auch gewundert, dass unsere Schaffner ihr Häferl auslassen bei *der Kälte…
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