Foco soll kürzlich mit einem Journalisten telefoniert haben. Der Justizflüchtling befinde sich laut Medienangaben seit Jahren auf einer Insel „im pazifischen Raum“. Er habe dort geheiratet, als „Bergmann nach Edelsteinen geschürft“ und arbeite nun als „Truckfahrer“. Er wolle sich „im Jänner oder im Februar“ der Justiz stellen, wolle aber freies Geleit und elektronische Fußfesseln bis zum Prozessbeginn.
Eine wahre Geschichte? Ein schlechter Scherz eines Schwindlers oder eine Zeitungsente? Die OÖN sprachen gestern mit Focos Strafverteidiger Herbert Wegscheider und dem Linzer Anwalt Johannes Hintermayr, der der gerichtlich bestellte Abwesenheitskurator des Untergetauchten ist.
„Ich weiß nichts, habe keine Ahnung“, sagen die beiden Juristen unisono. „Das ist alles sehr unplausibel und sonderbar“, sagt Wegscheider. Er mutmaßt eine „Zeitungsente“. Anwalt Hintermayr sagt, es sei „höchst seltsam“, dass sich Foco über eine Zeitung melde, und nicht bei ihm als Abwesenheitskurator. Ebenso ahnungslos gibt sich Peter Römer, der sich lange mit dem Fall Foco beschäftigt hat. „Ich halte Tibor Foco für zu intelligent, als dass er diesen Weg über die Klatschpresse wählen würde“, sagt Römer.
Dass Foco heute Truckfahrer sein soll, kommt ihm auch „komisch“ vor. „Den Beruf eines Fernfahrers übt man eigentlich auf dem Festland aus, nicht auf einer Pazifikinsel.“
Für ihn und Hintermayr wäre es aber „wunderbar“, würde Foco nach Österreich zurückkehren. „Dann könnten wir beweisen, dass Focos Unterschrift echt ist, mit der er dem Journalisten Peter Römer die Exklusivrechte am Fall eingeräumt hat“, sagt Hintermayr. Wie berichtet, läuft ein Urheberrechtsstreit zwischen Römer und dem ORF, der den TV-Film „Die Geschworene“ produzieren ließ – eine Romanverfilmung, die sich sehr stark an die realen Umstände des Justizdramas anlehnt.
Ein mögliches Motiv, nach Österreich zurückzukehren, könnte der Gesundheitszustand seiner Eltern sein. Sie sind heute 88 und 91 Jahre alt. Dem Vernehmen nach geht es beiden nicht mehr gut. Besonders Focos Vater sei geistig nicht mehr fit und „ausgebrannt“, sagt ein Bekannter der Familie.
Nicht minder überrascht reagiert die Polizei auf die nun aufgetauchten Gerüchte. Im Bundeskriminalamt in Wien hieß es dazu, dass man keine Hinweise auf einen Aufenthalt Focos auf einer Pazifik-Insel habe, sagt Sprecher Helmut Greiner. Die Zielfahnder der Behörde suchen seit Jahren nach dem Mann, Erkenntnisse aus den Ermittlungen werden nicht bekanntgegeben.
Fußfesseln nicht möglichZuletzt hatte die damalige Justizministerin Karin Gastinger den Eltern Focos im Februar 2005 dem Flüchtigen freies Geleit zugesagt, sollte er sich stellen. Ohne eine Rückmeldung. Bei Gastingers Nachfolgerin, Ex-Ministerin Maria Berger, wollten die Eltern schließlich keinen Vorstoß mehr für ihren Sohn unternehmen. Der angebliche Wunsch Focos, sich bis zum Prozessbeginn in Österreich mit elektronischen Fußfesseln frei zu bewegen, dürfte nicht in Erfüllung gehen. Diese sind gesetzlich nur für bedingt aus der Haft Entlassene, nicht aber für U-Häftlinge vorgesehen. Als solcher wäre Foco einzustufen, nachdem die Staatsanwaltschaft im Jahr 2000 erneut Anklage erhoben hatte. (staro)
ist der schon als ex-rennfahrer zur welt gekommen? weil gelernt hat er anscheined nichts anderes als rennfahren - mit mäßigem erfolg - und "zuhalten"(oder wie man das nennt) ;-(
Na da wird wohl eine OP oder ähnliches anstehen, die man nur hier gratis machen kann. Mal gucken, was dabei raus kommt.
leben in Linz und bekämen eine OP durch ihre (wahrscheinlich) eingezahlten SV-Beiträge ohnehin. Nicht er.
Kein Schaffner in Sicht