Dank Christian Diabl haben die oberösterreichischen Bettler seit vergangener Woche eine eigene Lobby. „Ich hatte das Gefühl, dass das verschärfte Bettelgesetz am 10. März sang- und klanglos beschlossen werden sollte. Da mussten wir Widerstand leisten“, sagt der Leondinger.
Gemeinsam mit verschiedensten Organisationen hat er die „BettelLobby OÖ“ gegründet. Diabl, auch im Vorstand des Linzer Kulturvereins KAPU, kennt das Problem aus eigener Erfahrung: „Ich arbeite in einem Büro auf der Landstraße und werde selbst oft angeschnorrt. Für mich ist das auch unangenehm.“ Bettler deshalb zu kriminalisieren, findet er „einfach unfair“: „Wenn jemand so arm ist, dass er betteln muss, dann soll er die Möglichkeit dazu haben. Man sollte die Armut bekämpfen, nicht die Armen.“
Schon früher hat sich der Politikwissenschafter erfolgreich für ein brisantes Thema engagiert. Als Sprecher des „Bündnisses gegen Polizeigewalt“ trug er 2009 nach eigenen Angaben dazu bei, dass die Anklagen gegen mehrere Teilnehmer der 1.-Mai-Demonstration fallen gelassen wurde. Dass auch sein Einsatz gegen das geplante verschärfte Bettelgesetz von Erfolg gekrönt sein wird, daran glaubt der 32-Jährige nicht: „Ich bin realistisch. Das geplante Gesetz ist patschert und ineffizient. Aber es wird trotzdem beschlossen werden, weil ÖVP und FPÖ die Mehrheit haben.“ Sein Ziel sei deshalb vor allem, das Thema öffentlich zu diskutieren: „Wir wollen zeigen, dass es Menschen gibt, die damit nicht einverstanden sind, und die auch Widerstand leisten.“
Die BettelLobby Oberösterreich organisiert am 5. März ab 14 Uhr das „1. Linzer Massenbetteln“.
Meldung vom 27.02.2011: Aufregung um rumänische Bettler in Vöcklamarkt
Meldung vom 28. 02. 011 : Oberösterreicher des Tages: Ein Lobbyist für die Linzer Bettler
Ich komme mir vor, als lebe ich in einem Operettenstaat. Oder machen sich da einige Leute um jeden Preis wichtig?
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