Ein genauer Fahrplan, geschweige denn die Höhe der jeweiligen Zahlungen an die Opfer wurde noch nicht festgelegt, hieß es gestern aus dem Büro von Landeshauptmann Josef Pühringer (VP). Nur so viel sei klar: Man wolle einmal den Bericht der Kinder- und Jugendanwaltschaft, der unabhängigen Opferschutzstelle des Landes, abwarten. Erst danach sollen in Absprache mit den Bundesländern die möglichen Zahlungen beschlossen werden, hieß es. Am Geld werde es aber „nicht scheitern“.
Die Entschädigungszahlungen bundesweit einheitlich festzulegen ist laut Pühringer nicht möglich. Dafür seien die Fälle zu unterschiedlich. Dem widerspricht die Leiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KijA), Christine Winkler-Kirchberger. Es könne keine „unterschiedlichen Opferklassen“ geben.
Die Zahl der Betroffenen steigt nach wie vor. „Täglich melden sich bei uns an die zwei Opfer“, sagt Christine Winkler-Kirchberger. Seit Ende Juni haben dort insgesamt 40 mutmaßliche Opfer Fälle von Gewalt und Missbrauch geschildert. 31 davon betreffen Landesheime, wie Linz-Wegscheid, Leonstein und vereinzelt auch das Kinderheim Schloss Neuhaus im Bezirk Ried im Innkreis. Die übrigen Übergriffe sollen in kirchlichen Einrichtungen stattgefunden haben, z. B. im früheren Caritas-Erziehungsheim Steyr-Gleink.
„Viele Anrufer wollen einfach nur, dass man ihnen zuhört“, sagt Winkler-Kirchberger. Andere hoffen, für die körperlichen und seelischen Schmerzen zumindest eine finanzielle Entschädigung zu erhalten. Dazu muss aber erst geklärt werden, ob die Fälle nicht schon verjährt sind. Die ältesten reichen bis Anfang der sechziger Jahre zurück, die jüngsten ereigneten sich 1985.
s'ist an der zeit die opfer von damals anzuhören und ihnen einen wirklichen opferstatus zuzusprechen, es kann nicht sein dass menschen unter gewalteinwirkung am ganzen körper tätowiert werden, 3 1/2 wochen in einen 3m² großen raum bei 1 toilettengang pro tag eingesperrt werden, bei halber ration essen, keiner matratze tagsüber und vielen schlägen und tritten, ein panzerfenster (50cmx50cm) das man nicht öffnen konnte usw., es kann auch nicht sein dass sich erzieher der rohen gewalt der mitzöglingen zunutze machen indem die erzieher aufhetzen und dann bewußt wegschauen...das ist nur ein kleiner auszug aus *Linz/Wegscheid*...
die Akten über die Kindergulags mit der Bemerkung "Alles verjährt" auf den Tisch geknallt? Was bedeutet denn "verjährt"? Wie sie sich's doch richten wollen die Herren Widerlich. Nur, derartiges wird es nicht spielen Herren Pühringer, Ackerl, Kepplinger und wie sie alles heißen mögen. Das Land OÖ hat auf unglaublich fahrlässige Weise die Aufsichtspflicht verletzt. Wir wurden jahrelang ungestört gequält und gefoltert, nichts anderes war es, auch wenn das Wort Folter oft in anderen Zusammenhängen genannt wird. Es ist doch ein leichteres Orden an ehemalige "Erzieher" zu verleihen als sich bei den Missbrauchten zu entschuldigen. Für die Ordensträger gilt die Unschuldsvermutung. Selbstverständlich. Für mich persönlich als Opfer gibt es für Erzieherinnen und Erzieher in diesem Zeitraum keine Unschuldsvermutung. Haben sie selbst nicht gepürgelt, so haben sie zumindest das Maul gehalten und nichts dagegen getan. Franz Josef Stangl, Gleink 1963 bis 1967, heimkind@chello.at
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