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Oberösterreich

Nach Morddrohung vor zwei Jahren lebt Bürgermeisterin erneut in Angst

RÜSTORF. Bereits vor zwei Jahren erhielt Rüstorfs VP-Bürgermeisterin Pauline Sterrer Morddrohungen. Jetzt scheint sich eine unbekannte Person Zugang in ihrem E-Mail-Account verschafft zu haben und droht erneut.

Als im Februar 2008 der Bürgermeister von Spitz mit einer Praline vergiftet wurde, erhielt Wochen später auch Rüstorfs VP-Bürgermeisterin Pauline Sterrer eine Morddrohung. „In drei Tagen bist du tot“, stand in einem anonymen Schreiben an sie. „Pass auf, was du isst, pass auf, was du trinkst, schau immer zurück! Schon ist nahe der Herr!“

Sterrer ging damals zur Polizei, der Absender wurde aber nie ermittelt. Sterrer wagte sich mehrere Tage nicht aus dem Haus und hatte auch Angst um ihre Kinder. Doch irgendwann hakte sie das Thema ab.

Bis vor kurzem. „Im Juni bekam ich Hinweise, dass jemand meinen E-Mail-Verkehr liest“, sagt die Bürgermeisterin. „Das änderte sich auch nicht, als ich das Passwort veränderte. Es scheint, als würde jemand in meinen Account eindringen. Das ist extrem lästig, weil ich als Bürgermeisterin natürlich viele vertrauliche Mitteilungen erhalte und verfasse.“ Zudem wurde in anonymer Post, die Sterrer vergangene Woche erhielt, gedroht, ihr schaden zu wollen. Die Handschrift erinnert die Bürgermeisterin an den Drohbrief vor zwei Jahren. „Ich bin überzeugt, dass es sich um ein und die selbe Person handelt“, sagt sie. „Ich habe auch Leute darauf angesprochen, von denen ich weiß, dass sie mir nicht gewogen sind“, sagt sie. „Doch bis heute weiß ich nicht, ob die Drohung aus dieser Ecke kam.

Mit der Angst bekam es Sterrer am vergangenen Wochenende zu tun. Als sie am Samstagabend ihr Büro im Gemeindeamt verließ, fand sie eine Mon-Cheri-Praline vor der Tür liegen. Jene Pralinenmarke, mit der vor zwei Jahren der Mordanschlag auf den Spitzer Bürgermeister verübt wurde. Die Praline wurde von der Polizei nicht untersucht.

Nach den Vorfällen in der Vergangenheit glaubt Sterrer natürlich nicht an einen Zufall – und schaltete deshalb jetzt wieder die Polizei ein. „Wenn da jemand versucht, mir Angst zu machen, dann ist ihm das gelungen“, sagt sie. Als Politikerin sei sie boshafte anonyme Schreiben gewohnt. „Aber das ist Psychoterror, das geht eindeutig zu weit.“

Kommentare
Artikel 08. September 2010 - 00:04 Uhr
Von Edmund Brandner
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VP-Bürgermeisterin Pauline Sterrer  Bild: Privat

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Morddrohungen : "Muss trotzdem funktionieren"

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