Das Geständnis des Tschechen war der wesentlichste Grund für das milde Urteil. „Entschuldigung, es tut mir leid. Ich weiß nicht warum ich das getan habe“, sagte Martin K. gestern im Gerichtssaal zu dem Juwelier aus Pregarten.
Laut Anklage soll der gelernte Schweißer am 28. Jänner 2010 den Juwelier mit einer Gaspistole überfallen haben. Zunächst ließ sich der mutmaßliche Räuber mehrere Uhren zeigen, ehe er die Waffe zog und den Inhaber zwang, Bargeld, Schmuck und Münzen herauszugeben.
Auf der Straße nahm ein Freund des Juweliers die Verfolgung auf und konnte sich das Kennzeichen des Wagens merken. Alarmfahnder sichteten den Skoda schließlich in Königswiesen. Versuche, den Wagen mit zwei Schüssen aus der Dienstwaffe zu stoppen, scheiterten aber. Im niederösterreichischen Altmelon prallte der Tscheche mit seinem Pkw gegen eine Schneewechte und flüchtete zu Fuß weiter. Er gelangte über eine Hintertür in ein Bauernhaus, wo er aus einem Tresor auch noch 5000 Euro Bargeld entwendet haben soll. Schließlich umstellten Polizisten den Bauernhof, der Verdächtige verschanzte sich auf dem Dach. Plötzlich sprang der Tscheche kopfüber in die Tiefe und musste schwer verletzt ins Spital gebracht werden.
Neben dem Überfall auf den Juwelier gestand der Angeklagte zudem elf Einbruchsdiebstähle. Als erschwerend wertete Richter Fritz Wimbauer, dass der Tscheche in seiner Heimat bereits mehrfach einschlägig vorbestraft ist. Er hatte bereits in Tschechien eine eineinhalbjährige Haftstrafe verbüßt. Das Urteil – sechs Jahre Haft – ist nicht rechtskräftig: Die Staatsanwaltschaft meldete Berufung gegen das Strafmaß an. (staro)
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