Dichtes Gedränge bei den neuesten Sämaschinen, Ladewagen, Mähdreschern und vor allem bei den Zugmaschinen: Viele Bauern sind auf die landwirtschaftliche Fachschau der Welser Messe (Agraria) gekommen, um sich über effizientere, aber auch größere und „schlagkräftigere“ Traktoren zu informieren. Schlagkraft wird wichtiger, weil in kürzerer Zeit (vor allem von Nebenerwerbsbauern) mehr Flächen bewirtschaftet werden müssen. „Heuer achten viele auch verstärkt auf Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten“, sagt Rudolf Hinterberger, Verkaufsleiter von CNH (Case, Steyr). PS alleine ziehen nicht mehr.
Vielmehr zählen Innovationen wie etwa ein hausgroßer CNH-Mais-Mähdrescher, der erstmals auch die Maisspindel („Kern“ des Maiskolbens) fängt. Diese Spindeln werden verheizt und zu Katzenstreu, Ölbindemittel oder kosmetischen Cremes verarbeitet.
Die Welser Reform-Werke, die Maschinen für Bergbauern produzieren, rechnen heuer mit einem leichten Umsatzplus von ein bis zwei Prozent. Marketingleiter Günter Keplinger sieht weiterhin steigenden Bedarf an diesen Spezialgeräten: „Denn das Zeitfenster für die Bauern, die nötigen Arbeiten durchzuführen, wird immer enger.“
Die Zuversicht und somit die Bereitschaft, in Maschinen und Umbauten zu investieren, sei durch die jüngste Stabilisierung der Preise für Milch, Getreide und Fleisch wieder zurückgekehrt, sagt Agrarlandesrat Josef Stockinger. Besonders jetzt, vor der Übergangszeit von einer Förderperiode in die nächste (2013), sei die Zeit noch günstig für solche Bauinvestitionen.
„Ein leichtes Plus bei den bäuerlichen Investitionen“ erwartet Klaus Pöttinger vom gleichnamigen Landmaschinenhersteller. Der Optimismus überwiege wieder nach einem schwierigen Jahr 2008, wo die Bauernschaft 28 Prozent Einkommensverlust wegstecken musste.
Das Thema Förderungen bleibt auch dank des Aufregers „Schwarzbuch Landwirtschaft“ unter den Bauern ein Thema. Den Bad Zeller Landwirt Johann Haider erzürnt die ganze Diskussion: „Wir wollen keine Förderung, wir wollen nur, dass unsere Produkte wieder etwas wert sind.“
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