
Auf die Frage wie man Sisi wird, antwortet Edith Pühringer nur knapp: „Man heiratet einen Kaiser!“ Seit zwei Jahren ist die 32-jährige Bad Ischlerin in den Sommermonaten Kaiserin Elisabeth und begleitet ihren Franzl bei offiziellen Terminen. Stets mit schicker Hochsteckfrisur und weißer Abendrobe. Was sie ihrem Teilzeit-Ehemann zum 180. Geburtstag schenkt? „Ein Häferl aus Ischl mit dem Kaiserbild drauf.“
Geduldig sitzt Pühringer im Sportdress mit goldenen Corcs in der Künstlergarderobe des ehemaligen Kurhauses und lässt sich falsche Wimpern aufkleben. Total royal sieht das noch nicht aus. Doch von Minute zu Minute wird Pühringer zur Kaiserin: Ein wenig Rouge hier, ein bisschen Puder dort. „Ich finde den Nebenjob sehr lustig – nur die Perücke ist bei Sonnenschein sehr heiß und juckt.“ Sportlich wie die Kaiserin ist Pühringer allemal: „In meiner Freizeit laufe ich gerne, etwa den Kaiserlauf, gehe bauchtanzen, schwimmen oder mountainbiken.“ Privat hat die Ischlerin ihren Prinzen aber noch nicht gefunden.
Die Jobanforderung beim Kaiserspektakel? „Einfåch a wengal winken.“ Ein Geheimnis hat die angehende Krankenschwester allerdings und das trägt sie unter ihrer Lockenperücke: „Ich bin eigentlich blond. Um diese Jahreszeit ist in Ischl halt oft mehr Schein als Sein..“
Innerhalb von 30 Minuten ist aus der sportlichen Edith Pühringer eine Kaiserin geworden. Sie packt ihr weißes Kleid, hält es mit beiden Händen in die Höhe, „weil’s draußen regnet“ und schwingt sich mit 20 Minuten Verspätung in die Kutsche. „Ohne mich können’s ja eh nicht anfangen.“
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