
Die 50 Jahre alte, 240 Meter lange Brücke, die die Westautobahn über den Traun-Fluss führt, hat ausgedient. Um den Verkehr nach wie vor fließen zu lassen, geht der Neubau in Etappen vonstatten. Gestern Früh wurde das Tragwerk der Salzburger Richtungsfahrbahn, die bis zum kommenden Sommer neu errichtet wird, abgesprengt. Im August 2011 wird die Fahrbahn Richtung Wien ebenfalls per Sprengung in der Traun versenkt. Bis Ende Oktober 2012 soll der Bau, dessen Kosten 13 Millionen Euro betragen, fertiggestellt sein.
Um fünf Uhr Früh wurde gestern die A1 zwischen Regau und Steyrermühl zur Gänze gesperrt, kurz danach begannen sich neugieriges Publikum und Pressevertreter beim Schaukraftwerk an der Traun zu sammeln, von dem sich ein guter Blick auf das alte Brückenkonstrukt bietet. Darauf hatten zuvor Spezialisten unter Sprengmeister Franz Schuster knapp 200 Kilogramm Sprengstoff fixiert.
Nun hieß es warten. Kameras aller Größen wurden in Bereitschaft gebracht. Um 6.15 Uhr detonierte ein Warnschuss. Doch das war’s vorerst auch schon. 6.28 Uhr: Zur Verwunderung der Zuschauer fährt noch ein Fahrzeug über die Brücke, um 6.30 Uhr geben die ersten Kiebitze entnervt auf und verlassen das Gestade. Unterdessen geht bei mehreren Minikameras die Akku-Energie zur Neige.
Kurz vor 6.45 Uhr erneut ein Warnschuss, dann geht alles ganz rasch: Mit einem mächtigen Wumm! detonieren die Sprengsätze am Tragwerk, der Brückenteil stürzt in die Traun, eine Flutwelle rollt flussaufwärts. Dafür haben Dutzende bis zu eineinhalb Stunden ausgeharrt. Kommentar eines Zuschauers: „Das ist mir jetzt zu schnell gegangen. Können die das noch einmal machen?“
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