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Oberösterreich

Soll das Halten von gefährlichen exotischen Tieren verboten werden?

Würgeschlangen, Skorpione, Vogelspinnen, Krokodile – die Haltung von exotischen Lebewesen in Privathaushalten stellt für so manchen Tierliebhaber einen besonderen Reiz dar, wird jedoch laut Experten meist unterschätzt. Seit 2005 sind so genannte Wildtiere in Oberösterreich laut Tierschutzgesetz zwar anzeigepflichtig, Kontrollen einer artgerechten Haltung finden jedoch kaum statt.

Karl Wampl, Landesveterinärdirektor

In unserem Tierschutzgesetz gibt es spezielle Verordnungen, wie solche Tiere zu halten sind. Problematisch sind aber die vielen illegalen Haltungen, die wir nicht überprüfen können. Viele Leute, die solche Tiere halten, können damit nicht richtig umgehen. Ein generelles Verbot von allen exotischen Tieren ohne Spezifizierung ist jedoch überzogen. Man muss unterscheiden, um welche Tierarten oder Spezies es sich handelt. Oberste Priorität hat der Schutz des Menschen.

Johanna Stadler, Geschäftsführerin Vier Pfoten Österreich

Wir sind gegen die Haltung von exotischen Tieren. Reptilien, die in unseren Breitengraden kein natürliches Zuhause haben, werden dies auch nicht in Heimterrarien finden. Exoten sind immer unzähmbare Wildtiere. Die Gefahr, die von diesen Tieren ausgeht, ist nicht kalkulierbar. Zudem fehlt vielen Besitzern Fachkenntnis. Exotenhaltung erfordert hohen technischen Aufwand. Schon minimale Änderungen der Luftfeuchtigkeit können sich auf den Gesundheitszustand der Tiere auswirken. Außerdem unterschätzen viele die Mindestgröße der Terrarien.

Paul Srna, Pensionist

Grundsätzlich denke ich, dass ein Verbot und Strafen die falschen Lösungen sind. Ich appelliere eher an die Vernunft der Leute. Jeder muss selbst wissen, ob er ein exotisches Tier halten kann. Leider ist aber nicht jeder dazu befähigt. Das kann aber bei der Anschaffung schwer nachgewiesen werden.
Wenn aber jemand ein derartiges Tier besitzt und es nicht artgerecht halten kann, dann zahlt der Steuerzahler für ein Ersatzheim. Das finde ich dann auch nicht in Ordnung.

Kurt Kotrschal, Verhaltensforscher

Nein, ich bin gegen ein absolutes Halteverbot. Unsere Gesellschaft neigt ohnehin dazu, immer mehr zu verbieten.
Allerdings sollte der Zugang zu gefährlichen und exotischen Tieren besser geregelt werden. Meiner Meinung nach müsste gewährleistet sein, dass Liebhaber von solchen Tieren eine Befähigung mitbringen und dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Nicht jeder Spinner sollte Giftschlangen in völlig unzureichender Art halten können. Außerdem muss nachgewiesen sein, dass die Tiere aus einer Zucht stammen.

Dieter Esterer, Aquaristikmanager Mega Zoo

Warum? Ich bin selbst Hundeliebhaber, aber man müsste mal vergleichen, wie viele Vorfälle es pro Jahr mit exotischen Tieren gibt und wie viele mit Hunden. Es gibt tausende Sachen, die im Alltag gefährlicher sind als exotische Tiere.
Österreich hat ein strenges Tierschutzgesetz, in dem die Haltung genau und artgerecht geregelt ist. Alle Tiere, die legal gehalten werden, haben einen Herkunftsnachweis. Das Problem sind Tierhalter, die illegal Exoten per Internet oder über eine Tauschbörse erwerben. Die würde es immer geben.

Helga Nell, Unternehmerin

Das Halten von gefährlichen, exotischen Tieren sollte nicht verboten, aber besser überprüft werden. Ich selbst kenne Leute, die Schlangen besitzen. Wenn die Tiere artgerecht gehalten werden, habe ich nichts dagegen. Oft werden solche Tiere aber unüberlegt angeschafft. Wenn sie dann größer werden, verlieren die Besitzer das Interesse. Auf jeden Fall muss das Halten exotischer Tiere meldepflichtig sein und eine artgerechte Haltung durch die Behörde überprüft werden. Die Unkosten dafür sollten als Gebühren eingehoben werden. Ich muss ja auch meine Hunde melden.

Bruna Matera, Geschäftsfrau

Ich bin für ein absolutes Verbot, ohne Wenn und Aber. Ich mag zwar Tiere sehr, aber exotische und gefährliche gehören nicht in einen Haushalt. Sie können dort ohnehin nicht artgerecht gehalten werden. Die Schlange „Amanda“ kann meiner Meinung nach überhaupt nichts dafür.
Die meisten Tiere werden schließlich illegal eingeführt. Ich bin dafür, dass in solchen Fällen ganz hart durchgegriffen wird und empfindliche Strafen verhängt werden. Sonst hört sich das nie auf.

Jürgen Bajs, Versicherungsberater

Nein, wenn jemand damit umgehen kann, bin ich nicht dagegen. Gefährliche oder giftige Terrariumtiere sollten meldepflichtig sein, damit die Haltung kontrolliert werden kann.
Ich besitze selbst eine australische Bartagame. Sie ist handzahm, also weder gefährlich noch giftig. Ich habe schon länger Erfahrung mit exotischen Tieren. Auch ein Chamäleon hatte ich schon als Haustier.
Eine Katze oder ein Hund wäre für mich unmöglich, weil ich an einer Tierhaarallergie leide.

Marina Auerbach, Hausfrau

Was da in Graz los war, das ist ja ein Wahnsinn. Die Haltung von exotischen Tieren sollte verboten werden. Für die Reptilien ist das sowieso mehr eine Qual, weil die Haltung sehr schwierig ist. Ich habe Katzen, das ist etwas völlig anderes, die sind als Haustiere geeignet. Eine Schlange ist gefährlich – noch mehr, wenn sie giftig ist.
Das mit den exotischen Haustieren nimmt außerdem überhand. Dagegen sollte man etwas tun. Vor allem dann, wenn es Leute gibt, die ihre Tiere nicht einmal anmelden und damit andere gefährden.

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da gibts nur ein problem · von mitreden (2966) · 31.07.2010 17:02 Uhr

wie schaut der nachweis aus? genügt es zu sagen ich bin ein "experte"? oder ich kann eine anakonda von einer blindschleiche unterscheiden? oder eine katze von einm gepard?
ich hab jahrzehnte mit diesen tieren zu tun gehabt und es passierte nie etwas...... bin ich nun ein fachmann?

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Alles verbieten ist falsch · von snugs (476) · 31.07.2010 16:15 Uhr

Aber kontrolliert gehört das Ganze. Erstens muss der Besitzer beweisen, dass er mit den Tieren umgehen kann. Zweitens, dass sie artgerecht gehalten werden. Drittens muss sichergestellt sein, dass keine anderen Personen in Gefahr gebracht werden. Die Qualifikation der Halter gehört streng geprüft und vergehen bestraft.

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Artikel 31. Juli 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Schlange

Bild: Reuters

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