Eigentlich ist Heinz Jürgen Ressar kein Mensch, der im Mittelpunkt stehen muss. Laufen ist seine Sache. Und weil er es für einen guten Zweck tut, nimmt er auch das Rampenlicht in Kauf. Wer 56 Marathons an 56 Tagen hintereinander läuft, um Geld für die Heilung von Querschnittgelähmten zu sammeln, wäre auch höchst ungeschickt, wenn er es geheimhalten würde.
Natürlich polarisiert der 42-jährige Trauner mit seiner Aktion. Das ist ihm genauso bewusst wie die Tatsache, dass er seinem Körper fast Übermenschliches abverlangt. „Laufen für eine Vision“ nennt er es auf seiner Facebookseite „56 in 56“ und ruft auf zum Nachdenken, ehe er wieder zu 29 Runden und 655,4 Metern um den Trauner Oedtsee ansetzt.
Heute ab 7 Uhr läuft Ressar seinen letzten Marathon. Also im Rahmen dieser Aktion. Es tummeln sich ja schon wieder Ansätze für neue Projekte im Kopf des gelernten Binnenschiffers. Den Beruf hätte er gern weiter ausgeübt. Nur die Privatisierung der DDSG kam ihm in die Quere. So lernete er das Papiermachen, das er im Schichtbetrieb ausübt, auch neben seinem Marathon-Projekt.
Der Mann sucht die Herausforderung. Den Krebs besiegte er, dann nahm er wieder die Lauferei in Angriff. Dabei hatte es harmlos begonnen. Der in Klagenfurt als Sohn eines Gastronomen geborene und in Traun aufgewachsene Sportler startete mit 24 Stunden-Läufen im Kärntner Wörschach. Das steigerte er auf 48 Stunden, dann auf 100. „Auf eine Woche könnte man das schon noch ausdehnen“, sagte er nach dem 100-Stunden-Lauf. Geworden ist es jetzt doch ein bisschen mehr.
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