
„Die Bevölkerung hat durch Fernsehserien ein völlig falsches Bild, wie Tatort- und Ermittlungsarbeit wirklich abläuft“, sagen langjährig erfahrene Ermittler. „Die Befragungen, Spurensicherung und Auswertung dauern Stunden, oft Tage, um den entscheidenden Hinweis zu erhalten. Daran arbeiten wir derzeit.“
Wie berichtet, war Hedwig Moser am Mittwoch mit zahlreichen Messerstichen in Brust und Rücken in ihrem Haus in Timelkam aufgefunden worden. Seither sind zehn Beamte des Landeskriminalamtes und zwei lokale Polizeiermittler im Einsatz. Sechs Ermittler der Gruppe „Leib und Leben“ unter der Leitung von Erich Allmer führen die Befragungen von Angehörigen und Bekannten des Opfers sowie möglichen Zeugen durch. Diese Befragungen werden schriftlich dokumentiert und dann auf mögliche Querverbindungen und Ungereimtheiten gecheckt.
Die Spurensicherung und deren Auswertung, die auch gestern noch im Gange war, wird von vier Spezialisten unter der Leitung von Erwin Kepic durchgeführt. „Dabei kann auch das kleinste Material, das entweder am Tatort oder auf der Leiche gefunden wird und vom Täter stammt, entscheidend sein.
Manchmal kann es Tage oder sogar Wochen dauern, bis wir auf den entscheidenden Hinweis auf den Täter kommen“, sagen die Ermittler. „Oft verfolgen wir bereits eine mögliche Spur, können diese aber nicht bekanntgeben, weil dadurch ein Täter vorgewarnt wird.“
„Ich bin überzeugt, dass wir den Fall aufgrund der heutigen kriminalistischen Methoden klären werden können“, sagt Sicherheitsdirektor Alois Lißl, dessen Beamte sich auch am Wochenende keine Pause gönnen.
Fragen der Ermittler
Im Fall Hedwig Moser haben die Kriminalisten zwei Fragen an mögliche Zeugen:
• Wer hat die Frau, eventuell in Begleitung, am Dienstagnachmittag gesehen?
• Wer hat Beobachtungen in der Römerstraße oder direkt vor dem Haus mit der Nummer 7 am Dienstag gemacht?
Hinweise an jede Polizeiinspektion oder an den Journaldienst des Landeskriminalamtes, Telefon 059133/40-3333.
Chat mit OÖN-Chefredakteur Gerald Mandlbauer
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