Die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die psychische oder psychiatrische Probleme haben, steigt stetig. „Das höhere Patientenaufkommen hat dabei viele Gründe“, sagt Till Preißler, Fachgruppenobmann der Kinder- und Jugendpsychiater und führt einerseits den steigenden Druck der Leistungsgesellschaft an, andererseits aber auch den offeneren Umgang mit seelischen Erkrankungen. „Der Schule die Schuld dafür zu geben ist falsch, denn in fast allen Fällen handelt es sich nicht um nur ein einziges konkretes Problem“, sagt Preißler. Oft würden familiäre Probleme dazukommen.
Preißler erwartet heuer im Landeskrankenhaus Steyr bei der stationären Behandlung der Kinderpsychosomatik einen Zuwachs von 120 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007. Doch die Hemmschwelle vor stationären Behandlungen sei nach wie vor sehr hoch. „Der Alltagsbedarf für ambulante Behandlung ist kaum gedeckt“, sagt Maria Metzler, Fachgruppenobfrau der Schulärzte.
30 Fachärzte fehlen
In ganz Oberösterreich ordinieren derzeit 12 Kinder- und Jugendpsychiater. Ihnen stehen 27.500 behandlungsbedürftige Kinder gegenüber. „Es fehlen 30 zusätzliche Ärzte in diesem Bereich“, sagt Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser. Er sieht den Kinder- und Jugendpsychiater als gesamtheitlichen Diagnostiker, der die Entscheidung der Behandlung trifft. „Die Therapie kann dann auch vom Psychologen kommen, doch die Diagnose muss ein Arzt stellen.“ Die Schulpsychologie würde gute Arbeit leisten, hätte aber keine therapeutische Aufgabe.
Grund für den Ärztemangel sei unter anderem, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrie eine sehr junge Fachrichtung sei. „Diese Disziplin gibt es gerade einmal vier Jahre“, sagt Fachgruppenobmann Preißler.
Sinnvoller wäre es, zuerst mit solchen Behandlungen bei den Politikern anzufangen, dann die Eltern und psychologische Behandlungen würden sich letztendlich bei den Kinderlein erübrigen. Wir kommen nicht drumrum, Kinder sind Spiegelbild der Erwachsenen.
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