Mit seinem Rollstuhl ist Johann Höfferer schon bis nach Rom gerollt. Seine Behinderung kann den 48-jährigen Schwanenstädter nicht vom Reisen abhalten, er lebt sehr selbstständig. Als Vorstand des Oberösterreichischen Zivil-Invalidenverbandes (OÖZIV) ist es ihm trotzdem wichtig, Menschen die im Hintergrund helfen, vor den Vorhang zu holen.
Seit 15 Jahren ist Johann Höfferer auf seinen Rollstuhl angewiesen, wenn er sich fortbewegen will. „Das war eine schief gegangene Operation – es war anfangs nicht klar, ob ich wieder gehen kann“, erinnert sich der Schwanenstädter. Trotz seines Schicksals lässt er den Kopf nicht hängen. Seine Devise: Immer nach vorne blicken und aus Situationen das beste machen.
„Ich bin reiselustig. Mit meinem Rollstuhl bin ich schon nach Rom gerollt. Ungewollt sogar ein Stück auf der Autobahn“, sagt Höfferer. Die Polizei wollte den umtriebigen Mann dann mitnehmen. „Ich hab’ aber nicht in deren Auto gepasst und bin dann bei der nächsten Abfahrt wieder von der Autobahn runter.“
Unterwegs in ganz Europa
Im Schnitt fährt Höfferer mit seinem handbetriebenen Rad zwölf Stundenkilometer. Immer mit dabei sein Anhänger mit Zelt. Dann schläft er auf Campingplätzen, bei Wind und Wetter in ganz Europa. Amsterdam, Bremen, Prag, Rom und Hamburg hat er bereits auf diesem Weg bereist.
Doch ohne Hilfe kommt selbst der freiheitsliebende Schwanenstädter nicht aus. „Das Schönste an den Reisen sind die Hilfsbereitschaft der Leute und die vielen Begegnungen.“ Wenn etwa der Reifen des Handbikes platzt, oder die Achse vom Anhänger bricht, dann braucht auch Höfferer helfende Hände. Und eben diese sollen jetzt mit dem neuen Preis, dem Inclusio, geehrt werden. Menschen die sonst im Hintergrund agieren und sich nie selber vorschlagen würden.
„Besondere Beispiele sollen animieren mitzuhelfen, geistige und bauliche Barrieren, die Menschen mit Behinderung täglich erleben, abzubauen“, sagt Gerhard Mayr, Obmann des OÖZIV. Der Verein sieht sich als Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung, bietet Beratung, Pflege und Ausbildung an. 5000 Mitglieder gibt es derzeit in Oberösterreich.
Und getreu seinem Motto hat Johann Höfferer ehrgeizige Pläne: „Meine nächste Reise ist zwar noch nicht fixiert, aber auf dem Reiseplan steht Budapest ganz oben.“
Frau steckte eine Stunde mit Fuß in Zehn-Zentimeter-Spalt fest
Oberösterreich: Spitzenreiter mit kleinen Schwächen
FC Bayern souverän ins DFB-Cup-Halbfinale
Griechenland-Sparprogramm: Einigung bis auf die Renten