Eine Chronologie des langen, heißen Bergmarathontages aus Sicht des OÖN-Redakteurs: Das Gros des Teilnehmerfeldes – 196 Herren und 27 Damen – macht sich um drei Uhr Früh vom Festzelt auf dem Gmundner Rathausplatz auf den 70 Kilometer langen Weg rund um den Traunsee. Ich warte noch etwas zu, schalte um 3.20 Uhr die Stirnlampe ein, dann starte ich in meinen neunten Bergmarathon. 13 Minuten später, bei der Abzweigung zum Ortnersteig auf den Grünberg, bin ich schweißgebadet. Es hat bereits jetzt, kurz nach halb vier, fast 20 Grad.
Meine bescheidene persönliche Bestmarke von 10:14 Stunden, aufgestellt vor zwei Jahren (zum Vergleich: Benedikt Rabbergers Streckenrekord, ebenfalls von 2008, liegt bei 7:26 Stunden), interessiert mich heute nicht. Was zählt, ist durchkommen. Die Erklimmung des Traunsteins über den Naturfreundesteig dauert länger als sonst, auch das Trinkverhalten ist den Temperaturen und dem damit verbundenen erhöhten Energieverbrauch angepasst: Bis zum Ende der langen Schleife sollten sieben Liter Flüssigkeit meine Kehle hinunterfließen.
Kurz vor der Kontrollstelle Karbach treffe ich zufällig auf meine Freunde Franz und Giggi aus Pühret. Ihre Anfeuerungsrufe sind Goldes wert. Ebenso die Gesellschaft dreier äußerst netter und lustiger Sportkameraden: Robert aus Riedau, Walter aus Senftenbach und Peter aus Eferding. Zu viert steigen wir den steilen Daxnersteig Richtung Spitzlsteinalm hoch und philosophieren über Bierqualitäten und ähnlich hochstehende Themen. Unsere Gruppe zerfällt schließlich. Robert hat, wie ich später erfahre, Pech: Er bricht sich bei einem kleinen, aber folgenschweren Sturz zwei Finger und muss in Ebensee aufgeben.
Der Anstieg zum Feuerkogel wird vor allem im oberen Teil zur Marter. Die Sonne heizt von oben herab, von unten reflektieren die Steine der (leider schnee- und damit kühlungslosen) Skipiste die Hitze. Ich beginne mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich möglicherweise nicht vor 16 Uhr im Ziel sein könnte und damit die TV-Übertragung der WM-Partie zwischen Deutschland und Argentinien verpassen würde.
Beim Abstieg in die Kreh ist an Laufen nicht mehr zu denken. Mir ist nicht nur heiß, sondern auch schlecht. Aber ich
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