„Er kann bereits wieder die Finger bewegen“, sagte Unfallchirurg Manfred Behawy gestern. „Der Patient ist stabil und die Hand ist nach der Operation bisher gut durchblutet.“ Eine solche Operation gibt es im Linzer AKH nur sehr selten, sagte der Oberarzt gestern den OÖN. Die ersten Tage nach dem Eingriff sind kritisch, dass es zu Problemen kommt, die Mediziner sind aber guter Dinge, dass die OP Erfolg hatte.
Dienstag, 9.53 Uhr: Ein Anruf erreicht die Notrufzentrale. Auf einem Bauernhof in Steyregg sei ein Mann mit der Hand in eine Kreissäge geraten. Das Notarzteinsatzfahrzeug 3 des Samariterbundes macht sich sofort auf den Weg. Am Unfallort angekommen, reagiert das Notarztteam optimal: Die verletzte Hand und das Amputat werden fachgerecht versorgt, der Patient ins AKH Linz gebracht.
Patient über OP informiertAls der 60-Jährige vom OP-Team auf einer Trage in Richtung Operationssaal gebracht wird, ist er noch bei vollem Bewusstsein. Gemeinsam mit dem Assistenzarzt Stefan Froschauer erklärt Behawy dem Mann, was dort gleich passieren wird. An der Operation sind die beiden Mikrochirurgen sowie zwei Anästhesisten und mehrere OP-Schwestern beteiligt. Ein Problem des Eingriffes ist auch, dass der Patient trotz der raschen notärztlichen Versorgung einen hohen Blutverlust erlitten hat. Auch dieser muss kompensiert werden.
Während Behawy den Stumpf des am Körper verbliebenen Unterarmes des Patienten vorbereitet, bearbeitet Froschauer die abgetrennte Hand. Die Chirurgen müssen jedoch das zerstörte Handgelenk entfernen und fügen dann Knochen Nerven, Sehnen und Blutgefäße unter dem Mikroskop wieder zusammen.
Obwohl der Arm des Patienten einige Zentimeter kürzer und bewegungseingeschränkt ist, wird der Mann „vielleicht eines Tages wieder einen Bleistift halten können“, sagen die operierenden Ärzte.
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